Chinesische Umweltgeschichte

Ursprünge und Neuansätze

Anmerkungen

 

Luftverschmutzung über der chinesischen Mauer bei Simatai, 2007. Smog stellt vor allem in chinesischen Großstädten ein häufig zu beobachtendes Phänomen dar. Insbesondere die stark von Steinkohle abhängige Energieerzeugung in China, aber auch die zunehmende Motorisierung der chinesischen Bevölkerung sind hierfür verantwortlich.
(Wikimedia Commons; F3rn4nd0, Pollution over the great wall, CC BY 3.0)

Jeder Kontinent, jedes Land hat seine eigenen Schwerpunkte umwelthistorischer Forschung, die sich aus der Quellenlage, den Forschungstraditionen und dem jeweiligen Charakter der Umwelt ergeben. Die amerikanische Forschung leistete für die Umweltgeschichte Pionierarbeit. Seit über vier Jahrzehnten geben ihre Werke wichtige Impulse für die Entwicklung dieses Teilgebiets der Geschichtswissenschaft in anderen Regionen der Welt. Dies gilt auch für China, das zwar auf eine jahrhundertealte Tradition staatlichen Umweltmanagements zurückblickt, wo sich eine umwelthistorische Forschung aber noch in der Aufbauphase befindet. Zur fachlichen Spezialisierung kam es erst, als sich die realen Umweltprobleme nicht mehr leugnen ließen und die Staatsführung die Bedeutung von Umweltpolitik erkannte. Chinas Historiker wandten sich Umweltfragen zu einem Zeitpunkt zu, als sich das Land verstärkt in globale Strukturen integrierte und auch auf wissenschaftlicher Ebene zunehmend globalgeschichtliche Fragen diskutiert wurden. Anders als in der Umweltgeschichte gab es bei der Globalgeschichte einen Vorläufer: eine bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Ansätzen erkennbare Weltgeschichtsschreibung, die sich allerdings auf die Beziehungen zwischen und den Vergleich von Nationalstaaten beschränkte. Wichtige Impulse für die Weiterentwicklung zur Globalgeschichte erfolgten – wie bei der Umweltgeschichte – erst im Kontext von Chinas Globalisierung am Ende des 20. Jahrhunderts.

 

Luftbild des Kaiserkanals (auch als Großer Kanal bezeichnet) bei Taiʼerzhuang in Shandong (ca. 1980er-Jahre). Er verband ab der Sui-Dynastie (581–618 n.Chr.) die Reisanbaugebiete im Süden Chinas mit der chinesischen Hauptstadt und stellte so deren Versorgung sicher. Heute reicht er von Hangzhou im Südosten Chinas bis nach Peking im Nordosten. Die ältesten Abschnitte des Kaiserkanals gehen auf das 6. Jahrhundert v.Chr. zurück und zeigen eindrücklich, mit welchem Aufwand schon im chinesischen Altertum hydraulische Großprojekte betrieben wurden.
(http://hudong.com/)

Grundsätzlich ist China für die historische Umweltforschung in mehrfacher Hinsicht ein Sonderfall: Das in der Fläche drittgrößte und in der Bevölkerungszahl heute größte Land der Welt verfügt von Natur aus über ein günstiges Wassersystem, das vom Menschen früher als in vielen anderen Weltregionen reguliert wurde. Die für die Schifffahrt förderlich verlaufenden Kommunikationswege Gelber Fluss und Yangzi sowie der in Teilen schon vor über 2.000 Jahren angelegte Große Kanal trugen zur Kontrolle und Ausbeutung der ökologischen Vielfalt verschiedener Wirtschaftszonen bei. Sie ermöglichten die Ent-stehung eines intensiven interregionalen Handelsverkehrs und einer relativ homogenen Gesellschaft – mehr als in anderen großen Flächenstaaten der Welt.1 Eine weitere chinesische Besonderheit ist die relativ frühe Transformation der Landschaft durch menschliche Arbeit. Beinahe jeder Hektar Land im fruchtbaren Kernland wurde von Menschen genutzt und musste unablässig gepflegt werden. Das frühzeitig hoch entwickelte Wassersystem und die kontinuierliche agrarische Transformation weiter Landesteile erlauben Langzeitperspektiven auf Zyklen von Entwicklung, Verfall und Wiederherstellung von Kulturlandschaften, die häufig mit dem Aufstieg und Fall von Dynastien korrespondierten. Unter Krisenzeiten eines Herrscherhauses litt auch die vom Menschen gestaltete Kulturlandschaft. Erst eine neue, handlungsfähige Dynastie konnte durch Wiederherstellung von Wasserwegen, Trockenlegung von Land oder durch Wiederaufforstung solche Folgen wieder beheben.2

Lange Zeit folgte die sinologische Forschung in der Darstellung des Verhältnisses der Chinesen zu ihrer Umwelt einseitig den Sichtweisen der traditionellen Naturphilosophie und Umweltethik. Am Daoismus wurde seine Liebe zur ungezähmten Natur betont, am Buddhismus die heilsvermittelnde Wirkung der Natur auf den Menschen, und selbst im staatstragenden Konfuzianismus fand man eine Verpflichtung zum schonenden Umgang mit der Natur.3 Die westliche Sinologie interpretierte den Einklang mit der Natur als eine zentrale philosophische Grundidee der chinesischen Gelehrtenkultur. In Chinas klassischer Literatur, Kunst und Landschaftsarchitektur suchte sie nach Zeugnissen von Natursehnsucht. Übersehen wurde allerdings, dass solche Naturelemente in Religion und Mythos ohne praktische Bedeutung für den Umgang mit der natürlichen Umwelt blieben. Dabei waren die zerstörerischen Folgen einer Jahrhunderte alten agrarischen Erschließung offensichtlich. Umweltprobleme traten in China sehr früh auf. Mark Elvin, der Verfasser eines Standardwerks zur chinesischen Umweltgeschichte, spricht von einer „Katastrophe in Zeitlupe“, der Chinas kaiserliche Regierungen mit ihren Projekten der Neuordnung von Land und Wasser immer wieder zu begegnen versuchten.4

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Grundsätzlich wird dem Staat von der historischen Umweltforschung eine zentrale Rolle zugestanden; für China gilt dies in besonderer Weise. Bereits in Dekreten der Qin-Dynastie (221–206 v.Chr.) sind Umweltthemen zu finden. Vorformen einer institutionalisierten Umweltpolitik lassen sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen,5 als die kaiserliche Regierung ein System staatlicher Hilfsleistungen (Suppenküchen, Notunterkünfte, Getreidespeicher, Geldspenden) für Katastrophenfälle schuf, um damit ihre Legitimität gegenüber den eigenen Untertanen zu stärken und unkontrollierbare Migrationsbewegungen oder Hungerrevolten zu verhindern.6

 

„Großer Kampf gegen krumme Täler und Flüsse“: Propagandaposter von 1974. Es zeigt die Umgebung des Musterdorfs Dazhai in der Provinz Shanxi, das trotz seiner Lage in karger Landschaft hohe Erträge erzielte und von Mao schon in den 1960er-Jahren zum Modell stilisiert worden war. Aus heutiger Sicht erscheint dies eher als Symbol für einen Kampf gegen die Natur.
(Stefan R. Landsberger Collection, International Institute of Social History [Amsterdam], BG E13/349)

Eine wichtige Zäsur der chinesischen Umweltgeschichte war die Gründung der Volksrepublik 1949. Die kommunistische Regierung unter Mao Zedong brach grundlegend mit dem traditionellen Naturverständnis.7 Sie konnte sich dabei auf die radikale Absage an alles „Alte“ und die Übernahme „westlicher“ Wert- und Moralvorstellungen seit dem Ende des chinesischen Kaiserreichs berufen. In Maos China erfolgte ein vollständiges Umdenken im Verhältnis zur natürlichen Umwelt: Nach sowjetischem Vorbild wurde die Umwelt nicht länger „akzeptiert“, sondern herausgefordert und zum Feind stilisiert, der dem menschlichen Willen unterworfen werden sollte. In Massenkampagnen trieb die chinesische Regierung die Menschen immer wieder zu einem Kampf gegen die Natur, der vielleicht Berge versetzte, letztlich aber keinen nachhaltigen ökonomischen Vorteil brachte.8 Auch für China gilt, was John R. McNeill in seiner globalen Umweltgeschichte des 20. Jahrhunderts betont:9 In dieser Epoche beeinflusste die Menschheit ihre natürliche Umwelt viel stärker als in allen Jahrhunderten zuvor.

Nach Maos Tod (1976) setzte in Bezug auf Chinas Umwelt erneut ein Umdenken ein. Strukturen einer staatlichen Umweltpolitik wurden geschaffen. 1982 wurde der Begriff „Umweltökologie“ (shengtai huanjing) in die chinesische Verfassung aufgenommen. Umweltschutz wurde zur nationalen Politik erhoben, als sich durch den von Maos Nachfolger Deng Xiaoping 1978 eingeleiteten Reform- und Modernisierungskurs die Umweltsituation des Landes zunehmend verschlechterte. Die Zerstörung der chinesischen Umwelt nahm ein sehr viel ernsteres Ausmaß an, als es bei vielen industrialisierten Ländern in einem vergleichbaren Entwicklungsstadium der Fall war. Allein zwischen 1982 und 1989 verlor China ein Drittel seines Waldes. Die landwirtschaftliche Anbaufläche vermindert sich inzwischen jährlich um 0,5 Prozent, und ein Drittel des Landes ist durch sauren Regen belastet.10 Die Regierung hat Umweltstandards und Kontrollmaßnahmen durchzusetzen versucht.11 Die Umsetzung nationaler Strategien des Umweltschutzes scheiterte jedoch vielerorts an der Ignoranz von Lokalbehörden, die nur am wirtschaftlichen Profit in ihrer Region interessiert waren und die staatlichen Verschmutzungsgebühren nicht von den Unternehmen erhoben. Durch Förderprogramme wie die 1997 eingeführte Auszeichnung „Nationale Umwelt-Modellstadt“ bemühte sich Beijing, auf der lokalen Ebene neue Anreize zu schaffen. Dies hatte allerdings zur Folge, dass sich die umweltbelastenden Industrien in den ländlichen Raum bzw. ins Landesinnere zurückzogen.12 In den letzten Jahren hat die Zentralregierung ihre Bemühungen nun darauf konzentriert, bei den Lokalbehörden selbst ein Umdenken zu erreichen und die wachsende Zahl der nichtstaatlichen Umweltorganisationen und Umweltaktivisten in ihre Maßnahmen einzubeziehen.13 Zwar gibt es in China heute über 3.000 registrierte Umweltgruppen, die meist aus lokalen Protesten gegen die Umweltzerstörung durch staatliche Großprojekte hervorgehen, doch ist ihr Einfluss in der Gesellschaft und auf den Staat schwer einzuschätzen.

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Präsident Hu Jintao und ein Mädchen in Jungpionier-Uniform pflanzen Bäume in der Nähe von Peking, 2009. Mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit wie solchen Aktionen wirbt die chinesische Regierung für die freiwillige Mitarbeit an ihrem Wiederaufforstungsprogramm, das als das größte weltweit gilt. Die Rücknahme der durch Ackerbau und Waldnutzung über Jahrhunderte verursachten, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch einmal deutlich verstärkten Desertifikation bedeutet jedoch eine Mammutaufgabe, deren Bewältigung ähnlich dimensionierte Zeiträume beanspruchen wird. Besondere Probleme existieren in der trockenen Westhälfte Chinas.
(http://wenweipo.com)

Ebenso gering ist ihre Verbindung zur akademischen Umweltforschung. Diese erhielt in Chinas staatlich kontrollierter Wissenschaftslandschaft durch den obrigkeitlich kodifizierten Umweltbegriff einen wichtigen Impuls. Das erklärt, warum sich eine historische Umweltforschung in China erst in den 1990er-Jahren als Teildisziplin der Geschichtswissenschaft formieren konnte. Nicht zuletzt die Öffnung von Archiven für die Forschung und die staatliche Finanzierung von historischen Quellensammlungen haben zu ihrer raschen Entwicklung beigetragen.14 Allerdings gilt für die Umweltgeschichte wie für Chinas Geschichtsforschung generell: Es lassen sich zahlreiche Quelleneditionen finden; schwierig ist es hingegen, die Forschungsergebnisse unter dem restriktiven Dach des Parteistaats zu veröffentlichen.

Wichtige Anregungen stammen zudem aus Nachbardisziplinen wie der Archäologie, den Agrarwissenschaften und der Historischen Geographie.15 Eine ganze Gruppe chinesischer Umweltforscher ging aus diesen Fächern hervor, während eine andere Gruppe sich an westlichen Vorbildern orientierte.16 Klassiker der amerikanischen Umweltgeschichtsschreibung wurden ins Chinesische übersetzt und diskutiert.17 Diese beiden unterschiedlichen Orientierungen spiegeln sich auch in den Forschungsergebnissen wider, die sich entweder in der Tradition der Historischen Geographie auf empirische Regionalstudien konzentrieren oder einen breiteren Überblick vorziehen. Längst steht die Untersuchung von Naturkatastrophen, wie sie nach der Öffnung der Kaiserlichen Archive in den 1980er-Jahren möglich wurde, nicht mehr unangefochten im Mittelpunkt. Der Reichtum an Quellen aus der Kaiserzeit, zu dem neben den Staatsdokumenten auch Lokalchroniken gehören, erlaubt eine detaillierte Rekonstruktion landwirtschaftlicher, klimatischer und anderer Daten und Zusammenhänge, aus denen sich ein ebenso umfassendes wie differenziertes Bild der historischen Entwicklung der chinesischen Agrarwirtschaft ergibt.18 Andere Themen der umwelthistorischen Regionalforschung sind Entwaldung und Wiederaufforstung, Bodenerosion und Wüstungen sowie Epidemien und Krankheiten.19 Dadurch wird der enge Zusammenhang von Gesellschafts- und Naturentwicklung belegt.20 Auch in China ist die Umwelt wieder zum Akteur geworden.

Wie wichtig dort das Verhältnis zwischen Staat, Gesellschaft und Umwelt war und ist, unterstreicht auch die westliche Chinaforschung. Dass bereits die kaiserliche Regierung Strategien zur Erfassung der natürlichen Umwelt entwickelte, erkannte schon der Soziologe und Sinologe Karl August Wittfogel (1896–1988). In Anlehnung an Karl Marx ging er von einer staatlichen Kontrolle über eine „hydraulische Gesellschaft“ aus und führte Chinas autoritäre Herrschaftsformen auf die zentrale Entwicklung von Bewässerungssystemen zurück. Wittfogels Konzept, das den ideologischen Stempel der 1950er-Jahre trägt, findet heute keine Anhänger mehr; sein Verdienst jedoch, auf den Zusammenhang von Wasser und Macht hingewiesen zu haben, bleibt unbestritten. Die Regulierung von Wasser und die Katastrophenhilfe gehörten von Anfang an zu den zentralen Aufgaben des monarchischen Staates, bildeten allerdings nicht die einzigen Faktoren, die seine autoritäre Form prägten. Dass dem Staat beim Bau und bei der Instandhaltung künstlicher Wassersysteme zwar eine entscheidende Rolle zukam, er dazu aber immer wieder durch private Interessen herausgefordert wurde, belegen Arbeiten chinesischer und westlicher Autoren. Die teils erzwungene, teils freiwillige Einbeziehung der lokalen Bevölkerung in die Großprojekte blieb stets unerlässlich.21

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Auch für China gilt, dass Umweltgeschichte nicht nur den Wandel der natürlichen Umwelt durch menschliche Eingriffe erklärt, sondern umgekehrt ebenso die Einflüsse der Natur auf die Gesellschaft untersucht.22 Sehr viel schwieriger ist es, den Aspekt der Umweltwahrnehmungen zu erfassen. Sie basieren sowohl auf grundsätzlichen Wertvorstellungen in Bezug auf die natürliche Umwelt, die stark durch Religion, Philosophie oder politische Ideologien geprägt sind, als auch auf individuellen Erfahrungen und Einstellungen. Individuelle Umweltwahrnehmungen sind eng mit staatlichen und lokalen Umweltstrategien verbunden. Erst im Handeln der Akteure lassen sich veränderte Wahrnehmungen der Umwelt überhaupt belegen. Dies zeigt Zhang Jiayan am Beispiel bäuerlichen Verhaltens in der späten Kaiserzeit und in der Chinesischen Republik (1911–1949).23 Nur eine gemeinsame Analyse von Umweltwahrnehmungen und Umweltstrategien kann vor monokausalen Erklärungsmustern bewahren.

Chinas junge Umweltgeschichtsforschung bietet inzwischen auch Anregungen für die internationale Diskussion.24 Umgekehrt gibt es eine Gruppe chinesischer Historiker, die durch die Übersetzung westlicher Klassiker der Umweltgeschichte amerikanische und europäische Konzepte in die chinesische Diskus-sion einbringen. Zur Vorsicht bei solchen Transfers mahnt der an der Peking-Universität lehrende Historiker Bao Maohong, dessen Verdienst es ist, die Umweltgeschichte mit der Globalgeschichte zu einer „neuen Weltgeschichte“ (xin shijieshi) zu verbinden. Anders als die frühere chinesische Weltgeschichtsschreibung, die sich auf die Untersuchung anderer Länder beschränkte, hat Baos Ansatz eine globale Integration von Menschheitsgeschichte (renleishi) und Naturgeschichte (ziranshi) zum Ziel.25 Gleichzeitig betont er, dass Umwelt und Mensch unter dem Dach der Weltgeschichte ihren eigenständigen Charakter bewahren sollten, da beide gleichermaßen unverzichtbare Akteure (chuangzaozhe) der historischen Entwicklung seien. Leiste die Umweltgeschichte einen Beitrag zur Korrektur einer zu starken Konzentration auf den Menschen als Motor der Geschichte, so sensibilisiere umgekehrt der globale Blick auf die Umweltgeschichte für die Wahrnehmung interkultureller Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Mensch-Umwelt-Verhältnis. Baos Aufforderung zu einem „neuen Denken“ (xin siwei) richtet sich nicht nur an die chinesische Geschichtswissenschaft, sondern fügt sich zugleich in die internationale Diskussion ein. Sein Beispiel zeigt, dass Chinas genereller Reichtum an schriftlichen Quellen,26 das ökonomische und machtpolitische Erstarken des Staates sowie die dramatischen Umweltprobleme des Landes die chinesische Umweltgeschichte heute zu einem bedeutsamen Forschungsfeld machen, das binnen kurzer Zeit in das Zentrum des internationalen Interesses gerückt ist.

Anmerkungen: 


1 John R. McNeill, China’s Environmental History in World Perspective, in: Mark Elvin/Liu Ts’ui-jung (Hg.), Sediments of Time. Environment and Society in Chinese History, Cambridge 1998, S. 31-36; Pierre-Étienne Will, On State Management of Water Conservancy in Late Imperial China, in: Papers on Far Eastern History 36 (1987), S. 71-91, hier S. 71f.

2 He Zhiqing, Zhongguo gudai ziran miehai yu duice yanjiu [Umweltkatastrophen im alten China und ihre Gegenmaßnahmen], in: ders. (Hg.), Zhongguo gudai miehai shi yanjiu [Forschungen zur Katastrophengeschichte Chinas], Beijing 2007, S. 1-50.

3 Herbert Franke, Geschichte und Natur. Betrachtungen eines Asienhistorikers, in: Hubert Markl (Hg.), Natur und Geschichte, München 1983, S. 56-69, hier S. 56-63; Heiner Roetz, Mensch und Natur im Alten China. Zum Subjekt-Objekt-Gegensatz in der klassischen chinesischen Philosophie. Zugleich eine Kritik des Klischees vom chinesischen Universismus, Frankfurt a.M. 1984, S. 113ff.; Lambert Schmidthausen, Heilsversprechende Aspekte der Natur im Buddhismus, in: Gerhard Oberhammer/Markus Schmücker (Hg.), Raum-zeitliche Vermittlung der Transzendenz. Zur ‚sakramentalen‘ Dimension religiöser Tradition, Wien 1999, S. 229-262, hier S. 233; Helwig Schmidt-Glintzer, Die Stellung des Menschen zur Natur im traditionellen China, in: Karl-Heinz Pohl/Dorothea Wippermann (Hg.), Brücke zwischen den Kulturen. Festschrift für Chiao Wei zum 75. Geburtstag, Münster 2003, S. 309-320, hier S. 309f.

4 Mark Elvin, The Retreat of the Elephants. An Environmental History of China, New Haven 2004; vgl. auch Elvin/Liu, Sediments of Time (Anm. 1), S. 2.

5 Elvin/Liu, Sediments of Time (Anm. 1), S. 8-14.

6 Philip Kuhn, Origins of the Modern Chinese State, Stanford 2002, S. 7; Lilian Li, Fighting Famine in North China. State, Market, and Environmental Decline, 1690s – 1990s, Stanford 2007, S. 221-249.

7 Z.B. Rhoads Murphey, Man and Nature in China, in: Modern Asian Studies 1 (1967), S. 313-333.

8 Vgl. Judith Shapiro, Mao’s War against Nature. Politics and the Environment in Revolutionary China, Cambridge 2001, S. 67-114; Bao Maohong, The Evolution of Environmental Problems and Environmental Policy in China, in: John R. McNeill/Corinna R. Unger (Hg.), Environmental Histories of the Cold War, Cambridge 2010, S. 323-340, hier S. 327-330.

9 John R. McNeill, Blue Planet. Die Geschichte der Umwelt im 20. Jahrhundert, Frankfurt a.M. 2003.

10 Jennifer L. Turner, The Dirty Burden: The Costs and Challenges of Environmental Degradation in China, in: Edward L. Hughes (Hg.), Economics and National Security: The Case of China, Carlistle 2001, S. 331-352.

11 Arthur P.J. Mol/Neil T. Carter, China’s Environmental Governance in Transition, in: dies. (Hg.), Environmental Governance in China, London 2007, S. 1-22, hier S. 3.

12 Elizabeth Economy, Environmental Governance: The Emerging Economic Dimension, in: Mol/Carter, Environmental Governance (Anm. 11), S. 23-41, hier S. 30ff.

13 Han Shi/Lei Zhang, China’s Environmental Governance of Rapid Industrialization, in: Mol/Carter, Environmental Governance (Anm. 11), S. 123-144, hier S. 136-140.

14 Z.B. Ge Quansheng (Hg.), Qingdai zouzhe huibian – nongye huanjing [Sammlung qingzeitlicher Edikte – Landwirtschaft und Umwelt], Beijing 2005.

15 Wang Lihua, Zhongguo shengtai shixue de sixiang kuangjia he yanjiu lilu [Das Ideengebäude der chinesischen Umweltgeschichte und ihre Forschungsrichtungen], in: Tang Dawei (Hg.), Zhongguo huanjingshi yanjiu 1: lilun yu fangfa [Forschungen zur chinesischen Umweltgeschichte 1: Theorie und Methode], Beijing 2009, S. 29-44; Zhu Shiguang, Qingdai shengtai huanjing yanjiu chulun [Meine Meinung zur Erforschung der ökologischen Umwelt Chinas], in: Shaanxi shifan daxue xuebao (zhexue shehui kexue ban) [Journal of Shaanxi Normal University, Philosophy and Social Science Edition] 1 (2007), S. 51-54, hier S. 51ff.

16 Wang Xianming, Huanjing shi yanjiu de shehuishi quxiang – guanyu shehui huanjingshi de sikao [Die gesellschaftliche Ausrichtung der Umweltgeschichte – einige Überlegungen zur gesellschaftlichen Umweltgeschichte], in: Lishi yanjiu (Historical Research) 2010, S. 24-29.

17 Wang Lihua, Zuowei yizhong xinshixue de huanjingshi [Eine neue Art der Umweltgeschichte], in: Tang, Zhongguo huanjingshi yanjiu (Anm. 15), S. 14-28.

18 Z.B. Li, Fighting Famine (Anm. 6); Kenneth Pomeranz, The Making of a Hinterland. State, Society and Economy in Inland North China, 1853–1937, Berkeley 1993; Keith R. Schoppa, Xiang Lake: Nine Centuries of Chinese Life, New Haven 1989.

19 E. Elena Songster, Cultivating the Nation in Fujian’s Forests: Forest Policies and Afforestation Efforts in China, 1911–1937, in: Environmental History 3 (2003), S. 452-473; Peter Ho, Mao’s War against Nature? The Environmental Impact of the Grain-first Campaign in China, in: The China Journal 50 (July 2003), S. 37-59; ders., The Myth of Desertification at China’s Northwestern Frontier (1929–1960), in: Modern China 26 (2000), S. 348-395; Dee Mack Williams, The Desert Discourse of Modern China, in: Modern China 23 (1997), S. 328-355.

20 Shapiro, Mao’s War (Anm. 8), S. 67-93; Kerrie L. MacPherson, Cholera in China, 1820–1930: An Aspect of Internationalization of Infectious Disease, in: Elvin/Liu, Sediments of Time (Anm. 1), S. 487-519; Zhang Yixia/Mark Elvin, Environment and Tuberculosis in Modern China, in: ebd., S. 520-542; Judith Banister, Population, Public Health and the Environment in China, in: China Quarterly 156 (1998), S. 986-1015; Mao Lixia, Huanjing shi lingyu de jibing yanjiu jiqi yiyi [Forschungen auf dem Gebiet der Umweltgeschichte zu Krankheiten – und ihre Bedeutung], in: Xueshu yanjiu (Academic Research) 6 (2009), S. 114-120, S. 160; Li, Fighting Famine (Anm. 6); Frank Dikötter, Mao’s Great Famine. The History of China’s Devastating Catastrophe, 1958–1962, London 2010.

21 Peter Perdue, Exhausting the Earth. State and Peasant in Hunan, 1500–1800, Cambridge 1987; Zhang Jiayan, Environment, Market, and Peasant Choice. The Ecological Relationships in Jianghan Plain in the Qing and the Republic, in: Modern China 32 (2006), S. 31-63; Iwo Amelung, Der Gelbe Fluß in Shandong (1851–1911). Überschwemmungskatastrophen und ihre Bewältigung im China der späten Qing-Zeit, Wiesbaden 2000.

22 Zou Yilin, Youguan huanjingshi yanjiu jige wenti [Einige Fragen zur Erforschung der Umweltgeschichte], in: Lishi yanjiu (Historical Research) 2010, S. 15-18, S. 189, hier S. 17.

23 Zhang, Environment (Anm. 21).

24 Vgl. dazu Bao Maohong, Environmental History in China, in: Environment and History 10 (2004), S. 475-499.

25 Interview der Verfasserin mit Bao Maohong am Rachel Carson Center in München, 2.11.2011; ders., Cong huanjingshi dao xin quanqiu shi [Von der Umweltgeschichte zu einer neuen Globalgeschichte], in: Guangming Ribao [Guangming-Zeitung], 24.11.2011. Ausführlich wird Bao Maohong seine Thesen in einer voraussichtlich Anfang 2012 erscheinenden Monographie darlegen: Huanjing shixue de qiyuan yu fazhan [Ursprung und Entwicklung der Umweltgeschichte], Beijing 2012.

26 Pamela Kyle Crossley, Essay: Water, in: dies., The Wobbing Pivot. China since 1800: An Interpretative History, Malden 2010, S. 129-132; Joachim Radkau, Natur und Macht. Eine Weltgeschichte der Umwelt, München 2000, S. 126; Wang Zijin, Zhongguo shengtai shixue de jinbu jiqi yiyi – yi Qin, Han shengtaishi yanjiu wei zhongxin de kaocha [Der Fortschritt der chinesischen Umweltgeschichtsschreibung und seine Bedeutung – eine Untersuchung der Historiographie zu den Umweltbedingungen während der Qin- und der Han-Dynastie], in: Lishi yanjiu (Historical Research) 2003, S. 98-101.

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