»Geschmackerziehend und stilbildend«

Modefotografie im Nationalsozialismus am Beispiel der Zeitschrift »Mode und Heim« (1931–1944)
  1. Staatliche Einflussnahme auf die Modefotografie ab 1933
  2. Modefotografie in »Mode und Heim«
  3. Im Vergleich: Modefotos in »Die Mode« und »Die Dame«
  4. Fazit

Anmerkungen

In den 1920er- und 1930er-Jahren gab es, ähnlich wie heutzutage, auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt Modemagazine unterschiedlicher Preisklassen, die sich unter anderem durch die in ihnen präsentierte Mode und Modefotografie voneinander unterschieden.[1] Höherpreisige Magazine[2] wie beispielsweise »die neue linie« (1929–1943, Otto Beyer, Leipzig),[3] »Die Dame« (1911–1943, Ullstein, ab 1937 Deutscher Verlag, Berlin)[4] und »Die Mode« (1941–1943, Otto Beyer, Leipzig) richteten sich an gehobenere Schichten und präsentierten ihrer Leserschaft statt konkreter Bekleidungsvorschläge eher einen »Lebens- und Kleidungsstil«.[5] Die abgedruckten Modefotografien orientierten sich an internationalen Fotostandards und sollten Ausdruck einer »deutschen Hochmode« sein.[6]

Ab Mitte der 1930er-Jahre wurden sporadisch auch (nachkolorierte) Farbfotografien zur Covergestaltung von Modezeitschriften eingesetzt, allerdings überwogen laut Moderegger (Anm. 2, S. 21) bis in die späten 1940er-Jahre zu 95 Prozent gezeichnete oder gemalte Cover. Hier im Vergleich: »die neue linie« (Heft 1/1932), »Mode und Heim« (Heft 17/1935) und »Die Dame« (Heft 6/1940).

Bei günstigeren Magazinen[7] wie »Mode und Heim« (1931–1944, W. Vobach & Co., Leipzig), »Beyers Mode für Alle« (1924–1944, Otto Beyer, Leipzig) und »Modenschau« (1914–1941, Gustav Lyon, Berlin) stand hingegen die Abbildung einer Alltags- und Gebrauchsmode im Mittelpunkt, die mittels beigelegter oder käuflich zu erwerbender Schnittmuster preiswert nachgeschneidert werden konnte.

Weitere günstigere (Mode-)Zeitschriften mit überwiegend gezeichneten Covern waren neben »Mode und Heim« beispielsweise »Modenschau. Illustrierte Monats-Zeitschrift für Heim und Gesellschaft« (hier Heft 259/1934), »Beyers Mode für Alle« (Heft 1/1934) oder »Die elegante Dame« (Heft 90/1934).

Die Nationalsozialisten hatten das Medium Fotografie als Propagandamittel früh erkannt.[8] Doch welche Funktion kam speziell der Modefotografie zu? Im Folgenden gehe ich anhand der Presseanweisungen des Propagandaministeriums sowie der Fotos in »Mode und Heim« und anderen Frauenzeitschriften der Frage nach, ob und wie Modefotos als Propagandainstrumente genutzt wurden.

Die ersten Modefotos im deutschsprachigen Raum werden auf Anfang des 20. Jahrhunderts datiert.[9] In Zeitschriften dominierten allerdings weiterhin die kostengünstigeren Modestiche bzw. -zeichnungen.[10] Erst in den 1920er-Jahren führten technische Neuerungen, d.h. verbesserte Lithographie- und Drucktechniken, hochwertigeres Foto- und Papiermaterial und leistungsstärkere Fotoapparate wie die 1924/25 auf den Markt gebrachte Kleinbildkamera Leica, die 1924 folgende Ermanox und die 1928 eingeführte Spiegelreflexkamera Rolleiflex zur Durchsetzung der Fotografie in der Presse.[11] Die handlichen Kameras sowie der erhöhte Bildbedarf der Zeitungen und Zeitschriften eröffneten auch vielen Frauen neue Berufsmöglichkeiten. Nach Rolf Sachsse war der Beruf Fotografin bis in die 1930er-Jahre für Frauen vor allem in den Bereichen Werbung, Mode und Industrie attraktiv.[12] Im Agenturgeschäft und der politischen Tagesberichterstattung konnten sie dagegen nur schwer Zugang finden.[13] Falls nicht autodidaktisch, wurden die fotografischen Kenntnisse durch eine kostenpflichtige Lehre bzw. Ausbildung erworben, so dass vor allem Frauen aus gehobenen Kreisen als Fotografinnen tätig waren.[14] Als Fotomodelle arbeiteten in erster Linie Film-Statistinnen und Schauspielerinnen.[15] Allerdings standen etwa bei den Fotografien des Frankfurter Modeamtes[16] die Modeschülerinnen selbst vor der Kamera.[17]

1. Staatliche Einflussnahme auf die Modefotografie ab 1933

In der Forschungsliteratur herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 zunächst keine gravierenden Änderungen für Ästhetik oder Stilistik der Modefotografie mit sich brachte.[18] Rolf Sachsse hat festgestellt, dass zwar versucht wurde, mit internationalen Standards mitzuhalten, dass die Fotos im Vergleich zu denen der französischen, britischen und amerikanischen KollegInnen aber »wenig elegant, die Modelle weniger erotisch und die Couturiers vor allem lange nicht so qualitätvoll« waren.[19]

Anders sah die Situation auf der personellen Ebene aus. Im Juni 1933 wurden alle Berufsverbände der PressefotografInnen zum »Reichsverband Deutscher Bildberichterstatter e.V.« zusammengefasst. Als weiteres Instrument der (personellen) Überwachung des Pressesektors diente das am 4. Oktober 1933 verabschiedete, am 1. Januar 1934 in Kraft getretene »Schriftleitergesetz«, das sowohl Zugangsmöglichkeiten als auch Ausrichtungen im Berufsfeld Journalismus reglementierte. Offiziell konnte nur noch tätig sein, wer deutscher Reichsangehöriger, mindestens 21 Jahre alt, »arischer« Abstammung und politisch-ideologisch konform war.[20] Parallel wurden jüdische Bildagenturen »arisiert« und ausländische Firmen sukzessive geschlossen oder durch die Reichsbehörden übernommen.[21] Nach der NS-Machtübernahme gingen rund 200 FotografInnen ins Exil.[22] Diese konnten über ausländische Bildagenturen oftmals bis Kriegsbeginn weiterhin in deutschen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichen.[23]

Auch einigen nicht emigrierten jüdischen FotografInnen war es zunächst noch möglich weiterzuarbeiten; so konnte Yva noch bis 1938/39 Bilder veröffentlichen.[24] Yva (eigentlich Else Neuländer-Simon), 1900 in Berlin geboren, gründete 1925 ihr erstes Fotoatelier und arbeitete in den 1920er- und frühen 1930er-Jahren sehr erfolgreich. Das Berufsverbot nach 1933 konnte sie zunächst umgehen. Um eine »Arisierung« des Ateliers zu vermeiden, übernahm ihre Freundin Dr. Charlotte Weidler 1936 namentlich die Leitung. 1938 wurde das Atelier jedoch geschlossen;[25] Yva und ihr Ehemann Alfred Hermann Simon wurden zu Zwangsarbeit verpflichtet. Anfang Juni 1942 wurden sie von der Gestapo verhaftet und am 13. Juni 1942 in das Vernichtungslager Sobibór transportiert und ermordet.[26]

Im November 1931 lobte Margit von Plato, Moderedakteurin von »Mode und Heim«, Yvas Fotografien in der Zeitschrift »Gebrauchsgraphik« mit den Worten: »Die Lebendigkeit ihrer Bilder, ganz gleich ob es sich um figürliche oder Materialfotos handelt, hat etwas Ansprechendes und Anziehendes«. Aus diesem Grund würden sich ihre Bilder ausgezeichnet als Werbeträger eignen. So war es nicht verwunderlich, dass die Modefotos der ersten Ausgabe von »Mode und Heim« unter anderem von Yva stammten.
(Mode und Heim, Heft 1/1931, S. 2; Zitat aus: Margit von Plato, Yva Fotos, in: Gebrauchsgraphik, Heft 11/1931, S. 32)

Auch in Österreich erhielten 1938 nach dem »Anschluss« jüdische FotografInnen Berufsverbot. Die nichtverfolgten FotografInnen profitierten von der Vertreibung bzw. Ermordung ihrer jüdischen KollegInnen. Ein Beispiel dafür ist Kitty Hoffmann (1900–1968). Von 1922 bis 1924 Assistentin an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, eröffnete sie dort 1927 ihr eigenes Atelier mit Schwerpunkt Porträt-, Tanz- und Modefotografie.[27] Nach 1938 publizierte sie mehr Fotos als je zuvor, wobei sie vor allem ab 1940/41 mit dem »Haus der Mode«[28] in Wien zusammenarbeitete.[29]

Mit Kriegsbeginn im September 1939 wurden schließlich offiziell nur noch Fotos deutscher und österreichischer FotografInnen in den Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht.[30] 1939 gab es auch erstmalig schriftliche Presseanweisungen des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP) speziell für ZeitschriftenredakteurInnen.[31] Herausgegeben von der Abteilung Zeitschriftenpresse, vertrieben vom privaten Berliner Aufwärts-Verlag, erschien der »Zeitschriften-Dienst« vom 9. Mai 1939 bis zum 14. April 1945 wöchentlich. Ab dem 7. November 1941 wurde er um den »Deutschen Wochendienst« ergänzt.

In den insgesamt über 11.000 Anweisungen finden sich fast keine Aussagen über eine gewünschte Bildästhetik oder Stilistik von Modefotos. Lediglich zwei Anweisungen erwähnen das Thema. So wurde in einer Anweisung vom Juni 1939 das häufige Abbilden durchtrainierter Modelle kritisiert, denen die Leserinnen vergeblich gleichzukommen suchten.[32] Und im November 1941 hieß es, dass unter anderem die in den Zeitschriften abgedruckten Modefotos keine Diskrepanz zur Lebensrealität der Leserinnen erzeugen dürften.[33] Beide Anweisungen zielten darauf ab, die Betrachterinnen nicht zu verärgern, sei es durch unerreichbare Körperideale oder unerreichbar gewordene Kleidung. Die vom Ministerium beabsichtigte propagandistische Funktion von »Modebildern« wurde dagegen in einer Anweisung vom Juli 1940 näher definiert, in der es hieß, dass Modetext und Modefotos »geschmackerziehend und stilbildend«[34] für die deutschen Frauen sein sollten. Daher, so das Fazit, sollten Modezeitschriften ihren Leserinnen sowohl Anregungen für eine Alltagskleidung im Krieg geben als auch darauf achten, »den Geschmack der deutschen Frau für alles Schöne zu bilden«.[35] Mode wurde vom Propagandaministerium als ein wichtiger politischer, kulturpolitischer, wirtschaftlicher und psychologischer Faktor definiert – und die Presse hatte die Aufgabe, ihre LeserInnen in Text und Bild davon zu überzeugen.[36]

Denn wie die »Meldungen aus dem Reich« des Sicherheitsdienstes der SS belegen,[37] äußerten viele Personen in Anbetracht der Kriegssituation Unmut über die hohe Anzahl an Modezeitschriften bzw. stellten die grundsätzliche Existenzberechtigung solcher Magazine für die Kriegsdauer in Frage.[38] Im August 1941 hieß es beispielsweise bei vier Modefotos mit dem Titel »Neue Hüte für Herbst und Winter« in der »Berliner Illustrierten Zeitung« (BIZ), dass derartige Veröffentlichungen von der Bevölkerung immer weniger verstanden würden.[39]

2. Modefotografie in »Mode und Heim«

Die erste Ausgabe der Zeitschrift »Mode und Heim« des Leipziger Vobach-Verlags erschien im März 1931. Die folgenden zehn Jahre gab es jährlich 26 Ausgaben, ab 1941 verringerte sich die Anzahl stetig. Im April 1943 wurde die Zeitschrift mit den Heften »Das Buch für Alle«, »Deutsches Familienblatt« sowie »Sport und Gesundheit« zu einer Gemeinschaftsausgabe zusammengelegt, die schließlich Ende 1944 eingestellt wurde. Von 1931 bis 1944 erschienen insgesamt 280 Ausgaben.

Links: Cover der Zeitschrift »Mode und Heim« (Heft 1/1931). Lediglich 21 der insgesamt 280 Ausgaben zeigten (Farb-)Fotografien auf dem Cover (ab Oktober 1935 und bis Ende Juli 1939), sonst wurden Zeichnungen verwendet.
Rechts: Erst mit der Zusammenlegung der Zeitschriften im späteren Kriegsverlauf änderten sich die dargestellten Rollenzuweisungen. Die gezeichneten Modelle waren nun vor allem bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie Kochen, Einkaufen, Garten- oder Handarbeit zu sehen. Das entsprach wohl zum einen der Kriegs-Lebenswirklichkeit vieler »Mode und Heim«-Leserinnen, zum anderen können die Cover auch als Umsetzung der Anweisungen des Propagandaministeriums gesehen werden, das immer wieder von den JournalistInnen forderte, die »Heimatfront« zur Mithilfe zu mobilisieren. Die hier abgebildete letzte Ausgabe von »Mode und Heim« erschien Ende 1944 (Heft 6/1944).

Obwohl »Mode und Heim« im mittleren Preissegment angesiedelt war, legte der Verlag Wert auf das Layout und damit auch auf die abgedruckten Fotografien.[40] Der Verlag bzw. die Moderedaktion bezogen die Fotos von verschiedenen FotografInnen, Ateliers und Bildagenturen. Ab 1935 wurden zusätzlich Aufnahmen im eigenen Vobach-Atelier produziert. Über die redaktionsinternen Auswahlprozesse ist leider nichts bekannt, da im rudimentären Verlagsarchiv keine diesbezüglichen Unterlagen existieren.[41] Die Modeseiten machten durchschnittlich etwa ein Drittel eines Heftes aus. Modefotos kamen bereits ab der ersten Ausgabe vor,[42] doch überwogen im gesamten Erscheinungsverlauf Modezeichnungen – ähnlich wie bei anderen günstigeren Magazinen in den 1930er- und 1940er-Jahren.[43]

Primär bildete »Mode und Heim« Damen- und Kinderbekleidung ab, doch gab es zwischendurch auch Schnittmuster für Männerbekleidung und Richtlinien für den modischen Mann. Allerdings finden sich zwischen 1931 und 1944 lediglich drei Fotos mit männlichen Modellen und nur eine Aufnahme aus dem Jahr 1931, auf der ein Mann und eine Frau gemeinsam abgebildet sind.[44]

Im Heft 6/1931 von »Mode und Heim« erschien das einzige Modefoto, auf dem eine Frau und ein Mann gemeinsam zu sehen sind – bei der Präsentation von Bademänteln (links unten). Die Aufnahmen von Bruno Winterfeld entstanden im Studio; Hintergrunddekoration und ein Wasserball als thematisch passendes Accessoire sollten den Betrachterinnen aber ein sommerliches Gefühl vermitteln. Vor allem in den Anfangsjahren der Zeitschrift wurden oftmals noch Montagen aus Modefotos und -zeichnungen veröffentlicht.

Die Fotos selbst waren überwiegend Studiofotos vor einer weißen Wand. Außenaufnahmen gab es eher selten, und wenn, dann meist bei Bade- oder Regenmode.[45] Die Posen der Modelle waren überwiegend statisch und verfolgten das Ziel, den Sitz der abgebildeten Kleidung bestmöglich zu präsentieren. Oftmals standen die Modelle an eine Wand gelehnt oder stützten sich auf einem Einrichtungsgegenstand ab. Die Modelle wurden überwiegend frontal bzw. halbfrontal in konventionellen Posen fotografiert, wobei sie ihre Blicke nur selten direkt in die Kamera richteten. Da es bei den Aufnahmen primär um die abgebildete Kleidung und wenig um einen »künstlerischen« Anspruch ging, blieb die Inszenierung der Fotos über die Jahre ähnlich.

Im gesamten Erscheinungsverlauf von »Mode und Heim« (1931–1944) standen verschiedene Frauentypen für die Fotos Modell – helle und dunkle Haarfarben sind gleichermaßen vertreten. Ein ähnliches Bild stellt Johannes Christoph Moderegger auch für die anderen Modezeitschriften der damaligen Zeit fest.[46] Dies unterstützte nicht nur eine mögliche Identifikation seitens der Leserinnen, sondern entsprach auch der Linie des Propagandaministeriums. So notierte der »Zeitschriften-Dienst« im Oktober 1942: »Es ist Unsinn, die deutsche Frau auf einen Typ – etwa den Gretchentyp – festlegen zu wollen.«[47] Das Aussehen der Modelle änderte sich während der NS-Zeit im Vergleich zur Weimarer Republik: Die Haare wurden länger, während das Make-Up reduziert wurde. Der bereits in den 1920er-Jahren vorkommende sportlich-natürliche Frauentypus wurde aber auch nach 1933 parallel mit einem damenhafteren, eleganten Typus fortgeführt.[48]

Längere Begleittexte zu den Fotos oder modepolitische Leitartikel gab es in »Mode und Heim« kaum. Eine offensichtliche politische Kontextualisierung der Fotografien fand nicht statt. Lediglich das Material, die Herstellungsarten etc. der Schnittmustermodelle wurden neben der Schnittmusternummer aufgezählt, wobei zur Beschreibung meist die Adjektive »sportlich«, »elegant« oder »jung« benutzt wurden.

Der Kriegsbeginn 1939 hatte zunächst kaum Auswirkungen auf die Fotos in »Mode und Heim«; sie erschienen bis November 1943 noch regelmäßig, wenn auch in immer reduzierterer Zahl. 1944 gab es schließlich in den sechs Ausgaben nur noch ein Modefoto.[49] Wurden vorher schon kaum männliche Modelle abgebildet, findet sich ab Kriegsbeginn kein einziges Bild mehr. Dies steht äquivalent zu der Entwicklung, dass ab September 1939 grundsätzlich in »Mode und Heim« nur noch selten Männerbekleidung abgebildet wurde, sondern vorrangig die Frauen in der Heimat »bedient« wurden. Während die Bekleidung unter dem Motto »Aus alt mach neu!« immer einfacher wurde und auf den Modeseiten primär Tipps zum Stoffsparen und Umändern von Kleidung gegeben wurden, wandelte sich die Bildsprache der Modefotos kaum. Dies entsprach den Presseanweisungen des Propagandaministeriums, in denen, wie bereits angemerkt, Mode unter anderem als psychologischer Faktor definiert wurde. Eine Aufgabe der Zeitschriften sollte es sein, Mode als Ausdruck der »Lebensbejahung und Lebensfreude« abzubilden.[50] Das sollte nicht nur die Stimmung der Leserinnen aufrechterhalten, sondern auch der psychologischen Unterstützung der Männer an der Front dienen, denn »Frauen in hübschen Kleidern mit warmen, leuchtenden Farben helfen mit, Freude im Kriegsalltag – vor allem bei den Soldaten – zu verbreiten«.[51]

Teilweise lachende Modelle sowie Hunde als modische Accessoires und als Sinnbild für Modernität, Mobilität und Sportlichkeit ließen im Februar 1940 keine Rückschlüsse auf die Kriegssituation ziehen. Die Außenaufnahmen waren dabei als Schnappschüsse inszeniert – ein zur damaligen Zeit gängiges Stilmittel.
(Mode und Heim, Heft 1/1940, S. 12f.)

Die Auswahl der in »Mode und Heim« abgedruckten Fotos zwischen 1931 und 1944 belegt zudem die Vertreibung und Vernichtung jüdischer FotografInnen sowie die Karrieren ihrer nicht-verfolgten KollegInnen. Während beispielsweise 1931/32 zahlreiche Bilder der Fotografin Yva publiziert wurden, erschien in »Mode und Heim« im April 1935 das letzte – zumindest mit Namen gekennzeichnete – Foto von ihr.[52] Die Modebilder des jüdischen Fotografen Bruno Winterfeld, von dem zahlreiche Aufnahmen in »Mode und Heim« aus den Jahren 1931/32 stammen, wurden ab 1933 nicht mehr veröffentlicht; 1936 emigrierte er nach Amerika.[53]

Dagegen finden sich von Oktober 1938 bis Ende 1941 zahlreiche Modebilder der Fotografin Kitty Hoffmann. Diese sollten nicht nur Wien als Modezentrum bewerben, sondern vermutlich der Leserschaft auch die angeschlossene »Ostmark« näherbringen. So stimmte die Redaktion in diversen Ausgaben die redaktionellen Inhalte auf die Wiener Modefotos ab. Ende Oktober 1940 wurden zum Beispiel Wiener Filmschauspielerinnen vorgestellt,[54] umrahmt auf der einen Seite von Strickmode, fotografiert von Kitty Hoffmann,[55] auf der anderen Seite von Modefotos unter dem Titel »aus Wien«.[56] In fast jedem zweiten Heft 1940 und 1941 wurden Modefotos und häufiger noch Modezeichnungen mit Titeln wie »Neues aus Wien!« abgedruckt.[57] Parallel erschienen eine Reportage über den Stephansdom, Literatur österreichischer Autoren oder Rezepte aus Wien und der »Ostmark«.[58] Modelle aus Berlin kamen im Kriegsverlauf lediglich dreimal in der Zeitschrift vor.[59] In »Mode und Heim« wurde ab 1938 also vor allem Wien als Modezentrum propagiert, davor gab es ab 1933 keine auffällige Fokussierung auf eine Stadt – 1931/32 war dies, wie damals gängig, Paris gewesen. Der Umschwung entsprach der NS-Propaganda, sollten doch vor allem Berlin und Wien als Modezentren inszeniert werden.[60]

3. Im Vergleich:
Modefotos in »Die Mode« und »Die Dame«

Um die unterschiedlichen Facetten von Modefotografie im Nationalsozialismus aufzuzeigen, soll an dieser Stelle ein kurzer Vergleich mit der Modefotografie in »Luxusmagazinen« am Beispiel der Zeitschriften »Die Mode« und »Die Dame« gezogen werden. Während im »Zeitschriften-Dienst« und »Deutschen Wochendienst« Anweisungen erschienen, die propagierten, dass Mode in Deutschland nicht mehr das Privileg einer kleinen Oberschicht sei, sondern »Eigentum des ganzen Volkes«,[61] wurde im Januar 1941 für genau diese Oberschicht eine neue Zeitschrift namens »Die Mode« gegründet – auf Initiative von Ernst Herbert Lehmann, Beauftragter des Zeitschriftenwesens im Propagandaministerium. Sie erschien monatlich, kostete 1,50 Reichsmark und wurde im Otto Beyer Verlag bis April 1943 herausgegeben. Nach Selbstaussage der Redaktion sollte die gezeigte Mode vor allem, wie im »Zeitschriften-Dienst« gefordert, zur Geschmacksbildung der Leserschaft beitragen.[62] Insbesondere Julia Bertschik hat die Zeitschrift untersucht, auf ihren Ergebnissen basieren die folgenden Ausführungen.[63] Zielgruppe war nicht nur die Oberschicht im Reich, sondern die Hefte dienten gleichsam zur Selbstdarstellung im neutralen bzw. besetzten Ausland. Neben Deviseneinnahmen durch den Export deutscher Mode sollten Magazine wie »Die Mode« dem Nationalsozialismus nach außen den Anschein von Modernität, kultureller Toleranz und Überlegenheit verleihen.[64] Dementsprechend unterschieden sich auch die Modefotos von denen in Zeitschriften wie »Mode und Heim«. Während dort die einzelnen Kleidungsstücke im Mittelpunkt der Inszenierung standen, waren die Fotos in Zeitschriften wie »Die Mode« oder »Die Dame« »ein konstruiertes Ganzes, in dem Mode, Form und Inhalt einander entsprechen«.[65]

Hüte waren beliebte Objekte in den damaligen Modezeitschriften, waren sie doch eine kostengünstige Möglichkeit, verschiedene Garderoben zu kreieren. Die vier Modefotos in »Die Dame« stechen vor allem durch ihre Licht- und Schattenkontraste ins Auge. Das Modell wird entindividualisiert, der Umriss steht im Vordergrund. Der Oberkörper wird in die Inszenierung mit eingebunden, die verschiedenen dramatischen Posen unterstreichen ebenso wie weitere Accessoires (etwa Handschuhe) die geheimnisvoll wirkende Stimmung der Bilder.
(Die Dame, Heft 13/1940, S. 20f., Fotograf: K.L. Haenchen)
Das Beispiel aus »Mode und Heim« wurde zwar neun Jahre früher publiziert, aber diese Aufnahmen sind ähnlich arrangiert wie diejenigen in »Die Dame«, wodurch der unterschiedliche Stil noch deutlicher hervortritt. Die Fotos zeigen frontale bzw. halbfrontale Porträtaufnahmen und bestechen durch ihre Klarheit. Im Fokus stehen die Hüte, es wird keine Stimmung kreiert, sondern das Objekt möglichst wirklichkeitsgetreu abgebildet.
(Mode und Heim, Heft 1/1931, S. 1, Fotograf: Bruno Winterfeld)

In »Die Mode« wurde die in modepolitischen Leitartikeln formulierte Propaganda auf der Bildebene unterstützt, indem zum Beispiel Modestrecken vor repräsentativen nationalsozialistischen Gebäuden inszeniert wurden.[66] Doch auch bei Modefotos, die nicht auf den ersten Blick einen ideologischen Konnex offenbarten oder die einer volkstümlichen Propaganda entbehrten, wurde dieser Zusammenhang oftmals auf der Textebene hergestellt.[67]

4. Fazit

In den Modezeitschriften der NS-Zeit existierten mehrere Arten von Modefotografie – in ihrer Inszenierung abhängig von der Sparte und jeweiligen Zielgruppe des Mediums. In »Mode und Heim« finden sich im Gegensatz zu Magazinen wie »Die Mode« kaum offensichtliche Gegenwartsbezüge, weder auf der bildlichen noch auf der textlichen Ebene. Die Analyse der Presseanweisungen zeigt jedoch, dass auch dies ein Teil der nationalsozialistischen Propagandataktik war. Die Leserinnen wurden durch diese Entzeitlichung eher unauffällig auf einem für sie interessanten Gebiet abgeholt und in das Konstrukt der »Volksgemeinschaft« einbezogen. Dieser Umstand spiegelt sich auch bei den Modellen wider. In »Mode und Heim« wurde zu keiner Zeit ein idealer Frauentypus propagiert, sondern es wurden verschiedene – im Rahmen der NS-Ideologie erwünschte – Typen abgebildet. Dadurch sollte möglichst vielen deutschen nicht-verfolgten Frauen die Identifikation mit der »Volksgemeinschaft« erleichtert werden.[68]

Im Verlauf des Krieges wurde in den Modezeitschriften weiterhin eine intakte Welt inszeniert. Dabei dienten Modefotografien wie in »Mode und Heim« nicht nur der Zerstreuung der Leserinnen, sondern sie sollten – soweit möglich – auch bewusst eine positive Stimmung erzeugen, um Massendemonstrationen und Streiks wie im Ersten Weltkrieg zu vermeiden.[69] Doch neben den im Nationalsozialismus geduldeten oder forcierten Modefotografien legt die Analyse der Zeitschriftenbilder zugleich offen, was nicht erwünscht war und aus dem Konstrukt der »Volksgemeinschaft« ausgeschlossen wurde – auf der Akteursebene besonders die jüdischen FotografInnen.

Die Modefotografie im Nationalsozialismus veränderte sich stilistisch und ästhetisch im Vergleich zu vorherigen Jahren kaum. Aber auch wenn von Seiten der Partei- und Staatsführung keine umfassenden Vorgaben zu diesem Bereich gemacht wurden, waren die Modefotos, Modelle und FotografInnen Teil der Inszenierung einer »Volksgemeinschaft«, erzeugten Wünsche und kreierten Vorstellungen einer vermeintlichen Realität, die die Aufrechterhaltung der NS-Herrschaft unterstützten.

Anmerkungen:

[1] Die Frauen- bzw. Modezeitschriften im Nationalsozialismus werden in allgemeinen Darstellungen zur Presse im Nationalsozialismus meist nur oberflächlich behandelt. Vgl. z.B. Norbert Frei/Johannes Schmitz, Journalismus im Dritten Reich, München 2011, S. 71-74. Im Gegensatz dazu brilliert Sylvia Lotts Buch Die Frauenzeitschriften von Hans Huffzky und John Jahr. Zur Geschichte der deutschen Frauenzeitschrift zwischen 1933 und 1970, Berlin 1985, mit einer sehr umfassenden und detaillierten Darlegung. Ähnliches gilt für Anna Zikas Buch Ist alles eitel? Zur Kulturgeschichte deutschsprachiger Modejournale zwischen Aufklärung und Zerstreuung 1750–1950, Weimar 2006.

[2] Ein Vergleich der Magazine im Jahr 1940 ergibt folgende Preisgestaltung: »die neue linie« erschien monatlich und kostete 1 Reichsmark, »Die Dame« vierzehntägig zum Preis von ebenfalls 1 Reichsmark. »Die Mode« folgte 1941 und kostete monatlich 1,50 Reichsmark. Vgl. Johannes Christoph Moderegger, Modefotografie in Deutschland 1929–1955, Norderstedt 2000, S. 79. Moderegger gibt in seinem Buch nicht nur einen exzellenten Überblick zur Modefotografie, sondern beschäftigt sich u.a. auch mit der allgemeinen Situation von Frauen- und Modezeitschriften im Nationalsozialismus.

[3] Da im vorliegenden Artikel aus Platzgründen lediglich »Die Dame« und »Die Mode« berücksichtigt werden können, sei an dieser Stelle die hervorragende Untersuchung der Zeitschrift »die neue linie« von Patrick Rössler empfohlen: The Bauhaus at the Newsstand/Das Bauhaus am Kiosk. die neue linie 1929–1943, Bielefeld 2009.

[4] Zur Geschichte des Ullstein-Verlages und seiner »Arisierung« 1937 siehe z.B. David Oels/Ute Schneider (Hg.), »Der ganze Verlag ist einfach eine Bonbonniere«. Ullstein in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Berlin 2015; Anne Enderlein (Hg.), Ullstein-Chronik 1903–2011, Berlin 2011.

[5] Marta Caspers, Modefotografie und Presse, in: Almut Junker (Hg.), Frankfurt Macht Mode 1933–1945, Frankfurt a.M. 1999, S. 43-72, hier S. 59.

[6] Vgl. ebd.

[7] 1940 erschien »Mode und Heim« vierzehntägig zu einem Preis von 0,50 Reichsmark (ohne Versicherung) und 0,90 Reichsmark (mit AbonnentInnen-Versicherung), »Beyers Mode für Alle« gab es monatlich für 0,50 Reichsmark und die »Modenschau« ebenfalls monatlich für 0,70 Reichsmark. Vgl. Moderegger, Modefotografie in Deutschland (Anm. 2), S. 79.

[8] Vgl. z.B. Thomas Friedrich, Nationalsozialismus. Lichtbild. Moderne, in: Falk Blask (Hg.), Menschenbild und Volksgesicht. Positionen zur Porträtfotografie im Nationalsozialismus, Münster 2005, S. 12-21; Rolf Sachsse, Fotografie als NS-Staatsdesign. Ein Medium und sein Mißbrauch durch Macht, in: Klaus Honnef/Volker Albus (Hg.), Deutsche Fotografie. Macht eines Mediums 1870–1970, Köln 1997, S. 118-134; Rudolf Herz, Hoffmann & Hitler. Fotografie als Medium des Führer-Mythos, München 1994; Bernd Weise, Pressefotografie als Medium der Propaganda im Presselenkungssystem des Dritten Reiches, in: Diethart Kerbs (Hg.), Die Gleichschaltung der Bilder. Zur Geschichte der Pressefotografie 1930–36, Berlin 1983, S. 141-155.

[9] Vgl. F.C. Gundlach/Ingeborg Koch, Vom New Look zum Petticoat, in: F.C. Gundlach (Hg.), Vom New Look zum Petticoat. Deutsche Modephotographie der fünfziger Jahre, Berlin 1984, S. 8-11, hier S. 8.

[10] Vgl. Enno Kaufhold, Fixierte Eleganz. Photographien der Berliner Mode, in: F.C. Gundlach/Uli Richter (Hg.), Berlin en vogue. Berliner Mode in der Photographie, Tübingen 1993, S. 13-46, hier S. 16.

[11] Vgl. Thomas Michael Gunther, Die Verbreitung der Fotografie. Presse, Werbung und Verlagswesen, in: Michel Frizot (Hg.), Neue Geschichte der Fotografie, Köln 1998, S. 554-580, hier S. 556; Jan Brüning, Kurzer Überblick zur Technik der Pressefotografie in Deutschland von 1920 bis 1940, in: Diethart Kerbs/Walter Uka (Hg.), Fotografie und Bildpublizistik in der Weimarer Republik, Bönen 2004, S. 11-26, hier S. 20ff.; Rolf Sachsse, Fotografie. Vom technischen Bildmittel zur Krise der Repräsentation, Köln 2003, S. 128.

[12] Vgl. ders., Im Schatten der Männer – Deutsche Fotografinnen 1940 bis 1950, in: Petra Rösgen (Hg.), Frauenobjektiv: Fotografinnen 1940 bis 1950, Köln 2001, S. 12-25, hier S. 15ff.

[13] Vgl. ders., Fotografie (Anm. 11), S. 130.

[14] Vgl. Daniela Lachs, Frauen vor und hinter der Kamera. Modefotografie in der Zwischenkriegszeit in Wien, in: Christian Gastgeber (Hg.), In Samt und Seide. Textilien und Texte zur Kulturgeschichte der Mode, Wien 2012, S. 125-133, hier S. 126.

[15] Vgl. Marion Beckers/Elisabeth Moortgat, Yva. Photographien 1925–1938, Tübingen 2001, S. 30, S. 91.

[16] Das Frankfurter Modeamt wurde 1933/34 gegründet und sollte durch die Kreation einer »deutschen Hochmode« mithelfen, Frankfurt zu einer Modemetropole zu machen. Ab 1940 widmete sich das Amt zudem kriegsbedingter Gebrauchskleidung wie Berufsuniformen, Arbeitsanzügen etc. Durch erbeutete Stoffe aus besetzten Ländern konnte das Amt bis zu seiner Schließung im August 1944 arbeiten. Vgl. Almut Junker, Das Frankfurter Modeamt, in: dies., Frankfurt Macht Mode (Anm. 5), S. 11-42.

[17] Vgl. Caspers, Modefotografie (Anm. 5), S. 66.

[18] Vgl. z.B. Beckers/Moortgat, Yva (Anm. 15), S. 148; Kaufhold, Eleganz (Anm. 10), S. 30.

[19] Sachsse, Fotografie als NS-Staatsdesign (Anm. 8), S. 122.

[20] Vgl. Frei/Schmitz, Journalismus im Dritten Reich (Anm. 1), S. 28.

[21] Vgl. Herz, Hoffmann & Hitler (Anm. 8), S. 79f.

[22] Vgl. Annette Vowinckel, German (Jewish) Photojournalists in Exile. A Story of Networks and Success, in: German History 31 (2013), S. 473-496, hier S. 473.

[23] Vgl. Caspers, Modefotografie (Anm. 5), S. 48.

[24] Vgl. Beckers/Moortgat, Yva (Anm. 15), S. 152.

[25] Vgl. ebd., S. 195f.

[26] Vgl. Heike Stange, Das Atelier Yva – Photographie, in: Christoph Kreutzmüller/Kaspar Nürnberg (Hg.), Verraten und verkauft. Jüdische Unternehmen in Berlin 1933–1945, Berlin 2008, S. 68-71, hier S. 68ff. (Ausstellungskatalog).

[27] Vgl. Anton Holzer, Rasende Reporter. Eine Kulturgeschichte des Fotojournalismus, Darmstadt 2014, S. 471.

[28] Das Haus der Mode in Wien wurde im Februar 1939 gegründet und hatte folgende Ziele: Verdrängung der Juden aus dem Textilsektor und Verbreitung einer »deutschen« Mode, Vereinheitlichung und straffe Organisation des gesamten Modewesens, Ausschaltung von Paris als Modezentrum und Erhöhung der Exportziffern zwecks Devisenbeschaffung. Präsident war der damalige Bürgermeister von Wien, Hermann Neubacher. Vgl. Gloria Sultano, Wie geistiges Kokain... Mode unterm Hakenkreuz, Wien 1995, S. 99-131.

[29] Vgl. Holzer, Reporter (Anm. 27), S. 316.

[30] Vgl. Moderegger, Modefotografie in Deutschland (Anm. 2), S. 106f.

[31] Bereits ab 1933 wurden im Propagandaministerium auf verschiedenen Pressekonferenzen Anweisungen für Zeitungs- und ZeitschriftenredakteurInnen erteilt. Siehe dazu v.a. Hans Bohrmann/Gabriele Toepser-Ziegert (Hg.), NS-Presseanweisungen der Vorkriegszeit, 7 Bde., München 1984–2001. Neben vereinzelt verschickten Sonderrundschreiben vor Mai 1939 stellt der »Zeitschriften-Dienst« aber die erste Publikation ausschließlich für ZeitschriftenredakteurInnen dar.

[32] Presseanweisung 182 »Was uns gefiel«, in: Zeitschriften-Dienst, Was uns gefiel, 5. Ausgabe, Nummer 156-188, 6.6.1939, S. 19.

[33] Vgl. Presseanweisung 5782 »Zur dritten Reichskleiderkarte«, in: Deutscher Wochendienst, Aussprache unter uns, Nummer 5764-5785, 28.11.1941, S. 23f., hier S. 23.

[34] Presseanweisung 2767 »Der deutsche Lebensstil setzt sich durch. Pariser Mode überwunden«, in: Zeitschriften-Dienst, Aussprache unter uns, 63. Ausgabe, Nummer 2736-2777, 5.7.1940, S. 18f., hier S. 18.

[35] Ebd., S. 19.

[36] Vgl. Presseanweisung 7754 »Die Mode im Leben des Volkes«, in: Zeitschriften-Dienst, Themen der Zeit, 181./50. Ausgabe, Nummer 7748-7787, 23.10.1942, S. 2.

[37] Die »Meldungen aus Reich« waren vom Sicherheitsdienst des Reichsführers-SS produzierte nachrichtendienstliche Berichte für die inneren Führungsspitzen von Staat und Partei über Stimmungen in der Bevölkerung. Heinz Boberach brachte 1965 zunächst eine Auswahl und 1984 eine 17-bändige Edition der Berichte zwischen 1938 und 1945 heraus. Vgl. Heinz Boberach (Hg.), Meldungen aus dem Reich. Die geheimen Lageberichte des Sicherheitsdienstes der SS 1938–1945, 17 Bde., Herrsching 1984. Zur Quellenkritik siehe z.B. Peter Longerich, »Davon haben wir nichts gewusst!« Die Deutschen und die Judenverfolgung 1933–1945, München 2006, S. 19ff.

[38] Vgl. Boberach, Meldungen (Anm. 37), Bd. 8, Nr. 227 vom 9.10.1941, S. 2852; Bd. 9, Nr. 263 vom 26.2.1942, S. 3367; Bd. 10, Nr. 290 vom 11.6.1942, S. 3807; Nr. 301 vom 20.7.1942, S. 3972.

[39] Vgl. ebd., Bd. 8, Nr. 215 vom 28.8.1941, S. 2703.

[40] Vgl. Liebes »Mode und Heim«!, in: Mode und Heim, Heft 4/1941, S. 5.

[41] Der sechs laufende Meter an Akten umfassende Nachlass von Kurt Herrmann, Besitzer des Universalverlags W. Vobach & Co., befindet sich im Staatsarchiv Leipzig; er besteht primär aus geschäftlichen Unterlagen und vereinzelten privaten Dokumenten. Es gibt dort jedoch keine Aufzeichnungen zur Modefotografie. Informationen zum Nachlass: <http://www.archiv.sachsen.de/cps/bestaende.html?oid=12.02&file=21794.xml>.

[42] Vgl. Frühling Sommer 1931. Ein Ausblick, mit dem man zufrieden sein kann, in: Mode und Heim, Heft 1/1931, S. 2.

[43] In Zeitschriften wie »Die Dame« wurden Modefotografien und -zeichnungen nach Burcu Dogramaci dagegen bereits in den 1920er-Jahren gleichwertig verwendet. Vgl. Burcu Dogramaci, Lieselotte Friedlaender (1898–1973). Eine Künstlerin der Weimarer Republik. Ein Beitrag zur Pressegraphik der zwanziger Jahre, Tübingen 2001, S. 146.

[44] Vgl. Unentbehrlich ist die Wollmode, in: Mode und Heim, Heft 16/1932, S. 24; Vom Sportanzug bis zum Frack... Eine Orientierung über die Herrenmode 1935/36, in: Mode und Heim, Heft 20/1935, S. 8f.; Das Frühjahr, in: Mode und Heim, Heft 25/1939, S. 5; Sonnenbräune und Farbenfreudigkeit, in: Mode und Heim, Heft 6/1931, S. 8.

[45] Vgl. z.B. Strassenbild im Herbst, in: Mode und Heim, Heft 13/1937, S. 10f.

[46] Moderegger, Modefotografie in Deutschland (Anm. 2), S. 75.

[47] Presseanweisung 7754 »Die Mode im Leben des Volkes«, in: Deutscher Wochendienst, Themen der Zeit, 181./50. Ausgabe, Nummer 7748-7765, 23.10.1942, S. 9f., hier S. 10. (Diese Anweisung deckt sich im Thema und Datum mit der in Anm. 36 genannten, ist jedoch nicht textidentisch.)

[48] Zur Mode im Nationalsozialismus siehe u.a. LVR-Industriemuseum Ratingen (Hg.), Glanz und Grauen. Mode im »Dritten Reich«. Begleitbroschüre zur Sonderausstellung, Ratingen 2012; Paul Dahms, Mode im Nationalsozialismus zwischen Ideologie und Verwaltung des Mangels, Norderstedt 2012; Irene Guenther, Nazi Chic? Fashioning Women in the Third Reich, Oxford 2004.

[49] Vgl. Gestrickte Kinderkleidung und praktische Damenkleidung, in: Das Buch für Alle, Heft 5/1944, S. 8f.

[50] Presseanweisung 7754 »Die Mode im Leben des Volkes« (Anm. 47), S. 9.

[51] Ebd., S. 10.

[52] Vgl. Getupft – geblümt – kariert. Neben den klassischen Uni-Geweben, in: Mode und Heim, Heft 5/1935, S. 8f.

[53] Vgl. Moderegger, Modefotografie in Deutschland (Anm. 2), S. 41.

[54] Die süßen Wiener Mädel sind nicht nur »süß«, in: Mode und Heim, Heft 19/1940, S. 7.

[55] [Ohne Titel], in: ebd., S. 5.

[56] aus Wien, in: ebd., S. 8f. Die Aufnahmen stammen allerdings nicht von Kitty Hoffmann, sondern von Dietrich & Co. (Wien) und dem Vobach-Atelier.

[57] Neues aus Wien!, in: Mode und Heim, Heft 10/1940, S. 8f.; Wien zeigt: Mäntel und Kostüme, in: Mode und Heim, Heft 14/1941, S. 6f.; Neu und hübsch. Original Wiener Modelle, in: Mode und Heim, Heft 16/1941, S. 6f. (Aufnahmen aller drei Artikel: Kitty Hoffmann).

[58] E.H.R., Rund um den Stephansdom, in: Mode und Heim, Heft 2/1940, S. 2; Mirko Jelusich, Feldherr des Reiches, in: Mode und Heim, Heft 1/1940, S. 4 und S. 8; Erwin H. Rainalter, Tanz im Frühling. Eine Geschichte aus Wien, in: Mode und Heim, Heft 2/1940, S. 4; Kochkunst aus Wien, in: Mode und Heim, Heft 6/1940, S. 6 und S. 19; Aus den Gauen der Ostmark, in: Mode und Heim, Heft 20/1940, S. 13.

[59] Das sieht man in Berlin, in: Mode und Heim, Heft 12/1939, S. 3; Berlin zeigt..., in: Mode und Heim, Heft 1/1941, S. 3; Hübsche neue Ideen aus den Kollektionen führender Berliner Modehäuser, in: Mode und Heim, Heft 3/1943, S. 3.

[60] Vgl. Sultano, Kokain (Anm. 28), S. 17.

[61] Presseanweisung 7754 »Die Mode im Leben des Volkes« (Anm. 47), S. 9.

[62] Mode in der Zeitenwende. Ein Abschiedswort an unsere Leser, in: Die Mode, April 1943, S. 7.

[63] Siehe Julia Bertschik, Mode und Moderne. Kleidung als Spiegel des Zeitgeistes in der deutschsprachigen Literatur (1770–1945), Köln 2005; dies., Zopf mit Bubikopf. Modejournalismus im ›Dritten Reich‹ am Beispiel der Zeitschrift »Die Mode« (1941–1943), in: Erhard Schütz/Gregor Streim (Hg.), Reflexe und Reflexionen von Modernität. 1933–1945, Bern 2002, S. 273-292.

[64] Vgl. Bertschik, Zopf mit Bubikopf (Anm. 63), S. 279.

[65] Moderegger, Modefotografie in Deutschland (Anm. 2), S. 15.

[66] Vgl. Julia Bertschik, Propaganda für den gehobenen Geschmack. Wie die Nazis die Modeberichterstattung missbrauchten, in: Journalistik Journal 1/2006, URL: <http://journalistik-journal.lookingintomedia.com/?p=38>.

[67] Vgl. dies., Zopf mit Bubikopf (Anm. 63), S. 276-288.

[68] Siehe dazu etwa Elke Frietsch/Christina Herkommer (Hg.), Nationalsozialismus und Geschlecht. Zur Politisierung und Ästhetisierung von Körper, »Rasse« und Sexualität im »Dritten Reich« und nach 1945, Bielefeld 2009; Johanna Gehmacher/Gabriella Hauch (Hg.), Frauen- und Geschlechtergeschichte des Nationalsozialismus. Fragestellungen, Perspektiven, neue Forschungen, Innsbruck 2007.

[69] Vgl. z.B. Presseanweisung 674 »Allgemeine Anweisungen«, in: Zeitschriften-Dienst, ohne Thema, 18. Ausgabe, Nummer 673-717, 1.9.1939, S. 1f., hier S. 2; Presseanweisung 5389 »[...] Die Stellung der deutschen Frau«, in: Zeitschriften-Dienst, Zur Lage, 126. Ausgabe, Nummer 5389-5430, 26.9.1941, S. 1f., hier S. 2.

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