Abstract

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Shawn W. Miller

Research on the commons, and its historical enclosure, has largely restricted itself to rural areas and the frontier. This article examines the declining access to Rio de Janeiro’s urban commons, its streets and its squares. Into the nineteenth century, residents perceived Rio’s streets as remnants of nature, left intact to give access to the built environment. The streets served as a diverse human habitat, a place for community, play, work, and commerce. With the arrival of the automobile, Rio’s public spaces began to be transformed into spaces set aside largely for movement. The automotive class, which in Brazil remained a tiny minority, captured most of the streets’ spaces for driving and its squares and sidewalks for parking, in a sense closing the street off to many of its former functions. In fact, automotive movement justified – and its violence enforced – the elimination of street behaviors which the elite had been decrying unsuccessfully for decades. Compared to the developed world, the pace of automobilization in Rio was slow, but it had a profound impact from as early as the second decade of the century.

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Automobile Einhegung. Das »natürliche« Erscheinungsbild der Straßen Rio de Janeiros und die Elitenherrschaft über die Urban Commons, 1900–1960

Forschungsarbeiten zur Allmende haben sich hauptsächlich mit ländlichen Gegenden und Grenzregionen beschäftigt. Dieser Beitrag untersucht, wie in Rio de Janeiro der Zugang zu den Urban Commons, besonders Straßen und Plätzen, eingeschränkt wurde. Bis ins 19. Jahrhundert sahen die Einwohner Rios die Straßen als einen Überrest der Natur an, der intakt gelassen wurde, um den Zugang zu bebauten Quartieren zu ermöglichen. Straßen galten als Allgemeingut, das für eine Vielzahl menschlicher Aktivitäten genutzt werden konnte: vom sozialen Austausch über Spiele bis hin zu Arbeit und Handel. Als sich das Auto in Rio verbreitete, änderte sich die Bedeutung des öffentlichen Raumes. Schnelle Fortbewegung entwickelte sich nun zum prägenden Kriterium. Die kleine Klasse der Autobesitzer übernahm die Kontrolle über einen Großteil des städtischen Raumes, um auf den Straßen zu fahren oder auf den Plätzen und Gehwegen zu parken. Die Autobesitzer hegten die Straßen mit ihren spezifischen Nutzungsformen ein und schotteten sie so gegenüber den vormals dominierenden Verwendungszwecken ab. Mehr noch: Die Dominanz der Automobilität diente als Rechtfertigung, um alternative, von den Eliten zuvor lange erfolglos bekämpfte Formen der Straßennutzung mit Gewalt zu verdrängen. Im Vergleich zu weiter entwickelten Weltregionen verbreitete sich die Automobilität in Brasilien nur langsam, aber ihre Effekte waren schon seit den 1920er-Jahren enorm.