Hybris und Gleichgewicht

Weimars „antidemokratisches Denken“ und Kurt Sontheimers freiheitlich-demokratische Mission

Anmerkungen

Kurt Sontheimer, Antidemokratisches Denken in der Weimarer Republik. Die politischen Ideen des deutschen Nationalismus zwischen 1918 und 1933, München: Nymphenburger Verlagshandlung 1962; im Hauptteil gekürzte, doch um ein Kapitel über „Antidemokratisches Denken in der Bundesrepublik“ ergänzte Studienausgabe 1968; unter Streichung dieses Kapitels (Teil 4) veröffentlichte Tb.-Ausg.: München: Deutscher Taschenbuch Verlag 1978; 4. Aufl. 1994. Falls nicht anders vermerkt, beziehen sich die im folgenden Text enthaltenen Zitate auf die Taschenbuchausgabe.

„Seine Darstellung wird keiner politischen Gruppe der Gegenwart viel Freude machen“, prophezeite Klaus Epstein 1963 in der „Historischen Zeitschrift“.1 Gemeint war die im Jahr zuvor erschienene Habilitationsschrift des jungen Politikwissenschaftlers Kurt Sontheimer, der sich in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre intensiv mit dem rechten „antidemokratischen Denken“ in der Weimarer Republik auseinandergesetzt hatte. In der Tat: Vor allem national-konservativen Kreisen in Wissenschaft und Publizistik musste Sontheimers Buch ein Ärgernis sein.  Sein Gegenstand war eben nicht rein historischer Natur. Das Buch handelte von Deutschlands erstem ernstzunehmendem Experiment mit liberaler Demokratie, das gerade einmal 30 Jahre zuvor gescheitert war. Weimar war - mal mehr, mal weniger evident - integraler Bestandteil des bundesrepublikanischen Erfahrungs- und Deutungshorizonts.2

Hatte auf der einen Seite 1953 das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) seine Arbeit aufgenommen und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der „Weimarer Erfahrung“3 zum Leitmotiv erhoben, schwirrten auf der anderen Seite mannigfaltig konkurrierende „Primärerfahrungen“4 durch den Äther der bundesrepublikanischen Geisteslandschaft, die sich in „kritischen Momenten“ materialisierten und in einem ganz handfesten Sinne greifbar wurden - auch in den Räumen der Münchner Forschungsstelle. Denn kurioserweise wurde Sontheimers Arbeit nicht dort publiziert, wo sie entstanden war. Dies war umso bemerkenswerter, als die „Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte“ bereits Vorstudien des Autors veröffentlicht hatten.5 Allein: „Der Beirat des Instituts konnte sich [...] nicht entschließen, das Werk in seine Schriftenreihe aufzunehmen“, heißt es im Vorwort zur 1978 publizierten Taschenbuchausgabe (S. 9). Im Unterschied zur Erstausgabe von 1962, die sich über diesen merkwürdigen Sachverhalt ausschweigt, liefert Sontheimer, von 1957 bis 1959 Mitarbeiter des Instituts, auch eine Erklärung: Einigen der damaligen IfZ-Mitglieder sei „die kritische Auseinandersetzung mit den antidemokratischen Ideen der bürgerlich-nationalen Rechten anscheinend zu pointiert ausgefallen“ (S. 9). Kein Wort mehr von dem „angenehmen Arbeits- und Gesprächsklima“, für das sich der Autor noch 1962 beim IfZ bedankt hatte (S. 9, Erstausgabe 1962).

Inzwischen kann man bei Nicolas Berg Genaueres nachlesen.6 Werner Conze kritisierte am Manuskipt einen „Mangel an Verstehen-Wollen“, und Hans Rothfels machte es Sontheimer zum Vorwurf, „etwas ‚zu wohlgefällig‘“ zu sein. Wenngleich in den entscheidenden Sitzungen der Jahre 1960/61 Hans Herzfeld, der wegen der „Auslassung der linken Gegner von Weimar“ den Titel der Arbeit für nicht gerechtfertigt hielt, um Verständnis für die „jüngere Historikergeneration“ warb, wurden von anderer Seite schwerwiegende Bedenken gegen Sontheimers ideengeschichtliche Methode vorgebracht. Ja, es wurde ihm sogar jegliche Fähigkeit abgesprochen, „den Stoff seines Themas wissenschaftlich zu analysieren“.7

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Nun mag man Sontheimers Habilitationsschrift tatsächlich in einigen Punkten kritisieren - ihr analytisches Potenzial zu leugnen war indes reichlich übertrieben. Allzu deutlich scheint zwischen den Zeilen der abschlägigen Gutachten die mitunter auch heute noch beliebte Argumentationsstrategie hindurch, weltanschaulich unliebsame Publikationen unter dem fadenscheinigen Vorwand methodisch-analytischer Mängel zu disqualifizieren. Klaus Epstein hatte mit seiner klugen Bemerkung ins Schwarze getroffen: Sontheimers Studie enthielt für „viele heute noch Lebende, die sich damals mit jugendlichem Idealismus [...] und scharfem Intellekt an der Konservativen Revolution beteiligten“, bittere Wahrheiten.8 Dies galt nicht zuletzt für Sontheimers akademischen Lehrer, Arnold Bergstraesser, der zur Weimarer Zeit mit einigen Vertretern der von seinem Schüler nun unzweideutig positionierten Konservativen Revolution in regem Austausch stand. Vor allem mit Hans Zehrer, dem führenden Kopf des „Tatkreises“, war Bergstraesser, damals Dozent an der Berliner Hochschule für Politik, eng befreundet gewesen. Auch wenn ihn Sontheimer wohlweislich nicht in seine Untersuchung einbezog, verhalf Bergstraesser seinem Schüler nur „zähneknirschend“9 zur Habilitation, nämlich unter dem Vorbehalt, Freiburg zu verlassen - was dieser dann auch tat. Nach einem kurzen Intermezzo an der Pädagogischen Hochschule in Osnabrück ging der einzige sozialdemokratische Spross der „Freiburger Schule“ 1962 an das Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin.

Doch wovon handelt Sontheimers Buch nun im Einzelnen? Woran stießen sich ältere Historiker und Politologen, die meist der Frontkämpfer- oder Kriegsjugendgeneration entstammten? Mit deutlichem Schwerpunkt auf den so genannten Konservativen Revolutionären entfaltete Sontheimer das facettenreiche Ideenspektrum „antidemokratischen Denkens“ zur Weimarer Zeit. Seine klar strukturierte und sprachlich elegante Studie, die insbesondere in ihrer ungekürzten Erstfassung von 1962 dem wörtlichen Zitat großen Raum lässt - weil nur auf diese Weise „das zuweilen unglaubhaft Scheinende glaubhaft“ werde (S. 19) -, wirkt streckenweise wie ein Gemälde der kognitiven Landschaft Weimarer Rechtsintellektueller. Nach der eingehenden Diskussion geistesgeschichtlicher Ursprünge rechtsextremen Denkens und der Darstellung herausragender Vertreter der Weimarer Staatsrechtslehre wie auch der zentralen Bedeutung des Kriegserlebnisses für die politische Kultur Weimars widmet sich Sontheimer im Kernstück seines Buches den Grundbegriffen und Denkfiguren des jungen bzw. neuen Nationalismus. Dessen Ideen, so Sontheimers zentrale These, unterminierten von Beginn an das ohnehin schon brüchige Fundament der ersten deutschen Demokratie. Damit lenkte Sontheimer, der sich später, wenn auch nicht an vorderster „Theoriefront“, zu einem überzeugten Verfechter der politischen Kulturforschung entwickeln sollte,10 die Aufmerksamkeit schon früh auf das zentrale Grundproblem der Weimarer Republik: die mangelnde Übereinstimmung zwischen Verfassung und politischer Kultur.11 Es bestand eine verhängnisvolle Interdependenz zwischen der Virulenz des „antidemokratischen Denkens“ und der mangelnden Fähigkeit der Republik, ein „eigenes Staatsbewußtsein“ auszubilden (S. 13).

In vieler Hinsicht wegweisend sind die mit großer Klarheit und Stringenz entwickelten Überlegungen des jungen Politikwissenschaftlers zu jenen vagen Ideen und Topoi, die als antipluralistische Denkfiguren auf die Überwindung des als unheroisch und obsolet diffamierten Liberalismus zielten: Begriffe wie „Entscheidung“, „Tat“, „Gemeinschaft“ oder „Organismus“ bestimmten den extremistischen Diskurs und vergifteten das geistige Klima der Republik.12 Eindrücklich schildert Sontheimer den antiliberalen Staatsgedanken, die nationalistische „Vision des Reiches“ und die antipluralistische Führerzentriertheit. Ebenso eindrücklich weist er auf die Rolle der Konservativen Revolutionäre als „Steigbügelhalter“ der Nationalsozialisten hin.

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Es war vor allem diese These der geistigen Vorarbeit, welche die neuen Nationalisten für den Nationalsozialismus geleistet hätten, die in national-konservativen Kreisen der frühen Bundesrepublik starken Widerspruch hervorrief. Dabei ging es Sontheimer weniger um den Nachweis geistiger Verwandtschaften als vielmehr darum, aus seiner Darstellung des „antidemokratischen Denkens“ die einzig logische Schlussfolgerung zu ziehen: dass derjenige, der am meisten von der „antidemokratischen Minierarbeit“ (S. 289) der Konservativen Revolutionäre profitierte, Adolf Hitler war. Dies Anfang der 1960er-Jahre mit hinreichender Deutlichkeit herausgestellt zu haben ist neben der Entfaltung des „antidemokratischen“ Ideenspektrums Sontheimers zentrales Verdienst.

Bei allen Vorzügen, die es auch heute noch lesenswert machen, besitzt das Buch, wie schon Klaus Epstein in seiner scharfsinnigen Rezension feststellte, „gewisse Schwächen“.13 Manches wäre hier anzumerken - neben der Ausblendung des Wirkungs- und Rezeptionsproblems etwa die mangelnde zeitliche Differenzierung, ja das weitgehende Fehlen chronologischer Betrachtungen überhaupt (was auf die Absicht zurückzuführen ist, ein „Bild des antidemokratischen Denkens“ zu zeichnen, S. 14). Auch könnte man auf die Unterbelichtung antisemitischer und monarchisch-konservativer Strömungen verweisen, die mangelnde begriffliche Schärfe des Terminus „Konservative Revolution“ hervorheben oder die allzu starke Konzentration auf ideengeschichtliche Höhenkammwanderungen tadeln, also den fehlenden Blick für den Weimarer Rechtsextremismus als Phänomen der Partei- und Massenkultur. Natürlich lässt sich von heutiger Warte aus, vor dem Hintergrund der diskursgeschichtlich versierten Geistes- und Kulturhistorie, mit einiger Leichtigkeit ein Dutzend Punkte aufzählen, die man in Sontheimers Buch gerne berücksichtigt gesehen hätte. Ohne den aktuellen Forschungsstand als Maßstab anlegen zu wollen, sei hier auf ein Defizit etwas ausführlicher eingegangen, das bei der Relektüre besonders auffällt.

Sontheimers als analytische Referenzgröße herangezogener Demokratiebegriff wird der für den Weimarer Demokratiediskurs charakteristischen Ambivalenz nicht gerecht. Seine Prämisse, „die Idee der Demokratie nach den Normen der Weimarer Reichsverfassung“ zu definieren (S. 16, Hervorhebung im Original), ist eine terminologische Engführung. Sontheimer macht aus dem für Weimars politische Kultur so charakteristischen Streit um die „wahre Demokratie“ einen Kampf für oder gegen die Demokratie, ohne der Frage nachzugehen, welche verschiedenen Demokratiekonzeptionen im „babylonischen Narrenhaus“ (Robert Musil) der Weimarer Republik existierten. Das „antidemokratische Denken“ nach Sontheimers Definition richtete sich keineswegs gegen jegliche Form von Demokratie, sondern allein gegen jene spezifische Symbiose aus Demokratie, Pluralismus und Liberalismus, die den so genannten „westlichen Demokratien“ inhärent ist. Der uns heute so harmonisch erscheinende Dreiklang von Liberalismus, Parlamentarismus und Demokratie ertönte im Europa der Zwischenkriegszeit nicht selten in kakophonischer Dissonanz. Diese schillernde Ambivalenz des Demokratiebegriffs, der immer auch von der Einschätzung der Masse, des „Volkes“ abhing, müsste eine um Historisierung und Kontextualisierung bemühte Forschung heute stärker in den Blick nehmen.

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Interessanterweise war sich Sontheimer der Problematik seines Vorgehens durchaus bewusst, hielt er es doch selbst für „fraglich, ob es angemessen ist, die gegen den Weimarer Staat gerichtete Polemik durchweg als antidemokratisch zu kennzeichnen“. Schließlich gebe es „viele Antidemokraten, die das Weimarer System um einer besseren Demokratie willen zu überwinden trachteten“ (S. 16). Gemeint war in erster Linie die vielgestaltige Gruppe kommunistischer, anarcho-syndikalistischer und linkssozialistischer Antiparlamentarier, die von links auf eine Überwindung des Weimarer „Systems“ zielten. Dennoch entschied sich Sontheimer für eine ahistorische Vereindeutigung des Begriffsrasters. Warum? Einer der wesentlichen Gründe scheint in jener staatsbürgerlichen Mission für die freiheitlich-demokratische Ordnung der noch jungen Bundesrepublik zu liegen, die Sontheimer mit vielen Vertretern seiner akademischen Peer Group teilte, der so genannten 45er-Generation.14 Kaum eine Generation hat die politische Kultur der Bundesrepublik so geprägt. Zwischen 1922 und 1930 geboren, war es in erster Linie die vor dem Erfahrungshintergrund von Krieg und Diktatur agierende Alterskohorte eines Karl Dietrich Bracher, Wilhelm Hennis oder eben Kurt Sontheimer, die mit ihrer tiefen Skepsis gegenüber allem Totalitär-Übersteigerten und ihrem großen Engagement für politische Bildung das Fundament legte, auf dem ein stabiles parlamentarisches Staatswesen wachsen konnte.

Sontheimer, 1928 geboren, im Zweiten Weltkrieg Flakhelfer und 1951/52 im Rahmen des Reeducation-Programms als Student in den USA, sah während der gesamten Zeit seines Wirkens als politisch engagierter Politikwissenschaftler seine Aufgabe darin, das „richtige Verständnis der Idee der Demokratie“15 in der politischen Kultur der Bundesrepublik verankern zu helfen. Da erschien es ihm geradezu gefährlich, zwischen Demokratie und Liberalismus analytisch zu trennen, weil ebendiese Unterscheidung, die bereits in den Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften der Weimarer Zeit konsequent getroffen wurde, der liberalen Demokratie von Weimar „nicht gut bekommen“ war (S. 17). Von seiner Habilitationsschrift erhoffte er sich dagegen, ihre Lektüre werde dazu beitragen, dass die „freiheitlich-demokratische Ordnung“ zu einer von den Deutschen verinnerlichten „Lebensform“ werde (S. 400, Erstausgabe). Dieses spezifische Verständnis von Zeitgeschichte als Gegenwartsaufgabe, das die „Lektion von Weimar“ (S. 11) in den Vordergrund rückte, ging bisweilen zu Lasten der historiographischen Analyse - so ehrenwert es in zivilgesellschaftlicher Hinsicht auch war.

Der Verantwortung des Wissenschaftlers gegenüber der liberal-demokratischen Verfasstheit von Staat und Gesellschaft verschrieben, wollte Sontheimer Einfluss nehmen auf die politische Kultur der deutschen Nachkriegsdemokratie. Vor allem wollte er die „geistigen Grundlagen unserer freiheitlichen Republik“ im Namen „praktischer Vernunft“ und „politischer Aufklärung“ gegen potenziell totalitäre Herausforderungen von Rechts und Links verteidigen.16 Deshalb fügte er der 1968 veröffentlichten Studienausgabe seines Weimar-Buchs unter dem Eindruck des Mitte der 1960er-Jahre erstarkenden Rechtsextremismus einen Abschnitt über das „antidemokratische Denken in der Bundesrepublik“ an. Und deshalb begegnete er der 68er-Bewegung, der er wie so viele liberale Gelehrte seiner Generation zunächst einiges Wohlwollen entgegenbrachte, mit immer entschiedenerer Ablehnung - zumal seine ganz persönlichen Erfahrungen mit radikalen Studenten am Otto-Suhr-Institut nicht unbedingt positiv waren.17 Noch bis wenige Monate vor seinem Tod am 16. Mai 2005 konnte man aus dem oberbayerischen Murnau18 Sontheimers „Stimme des Gleichgewichts“19 hören.

Anmerkungen:


1 Klaus Epstein, in: Historische Zeitschrift 197 (1963), S. 657-666, hier S. 664 (Rezension zu Sontheimer).

2 Dietmar Schirmer, Ist Bonn Weimar ist Berlin [sic]? Die Weimarer Republik als symbolisches Dispositiv der deutschen Nachkriegsdemokratien, in: Friedrich Balke/Benno Wagner (Hg.), Vom Nutzen und Nachteil historischer Vergleiche. Der Fall Bonn - Weimar, Frankfurt a.M. 1997, S. 125-146; Heinrich August Winkler (Hg.), Weimar im Widerstreit. Deutungen der ersten deutschen Republik im geteilten Deutschland, München 2002; Christoph Gusy (Hg.), Weimars lange Schatten. „Weimar“ als Argument nach 1945, Baden-Baden 2003.

3 Karl Dietrich Bracher, Die Weimarer Erfahrung [1987], in: ders., Wendezeiten der Geschichte. Historisch-politische Essays 1987-1992, Stuttgart 1992, S. 11-16; ders., Es begann mit der Weimarer Erfahrung, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 51 (2003), S. 1-4.

4 Hans Günter Hockerts, Zugänge zur Zeitgeschichte. Primärerfahrung, Erinnerungskultur, Geschichtswissenschaft, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 51 (2001) H. 28, S. 15-30.

5 Kurt Sontheimer, Antidemokratisches Denken in der Weimarer Republik, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 5 (1957), S. 42-62; ders., Der Tatkreis, in: ebd. 7 (1959), S. 229-260.

6 Vgl. Nicolas Berg, Der Holocaust und die westdeutschen Historiker. Erforschung und Erinnerung, 3., durchges. Aufl. Göttingen 2004, S. 287ff.

7 IfZ, Archiv, ID 8, Bde. 12 & 13, Protokolle der Sitzungen von Kuratorium und Beirat am 21.10.1960, S. 8f., und 4.11.1961, S. 7.

8 Epstein (Anm. 1), S. 659.

9 So Wilhelm Bleek in der biographischen Skizze seines Doktorvaters: Kurt Sontheimer. Politikwissenschaft als öffentlicher Beruf, in: Hans Karl Rupp/Thomas Noetzel (Hg.), Macht, Freiheit, Demokratie, Bd. 2: Die zweite Generation der westdeutschen Politikwissenschaft, Marburg 1991, S. 27-43, hier S. 34; eine aktualisierte Kurzfassung bietet Bleeks Nachruf: Politikwissenschaft als öffentlicher Beruf. Zum Tod von Kurt Sontheimer (1928-2005), in: Politische Vierteljahresschrift 46 (2005), S. 324f.

10 Vgl. Kurt Sontheimer, Deutschlands politische Kultur, München 1990; ders., Die politische Kultur der Weimarer Republik, in: Karl Dietrich Bracher/Manfred Funke/Hans-Adolf Jacobsen (Hg.), Die Weimarer Republik 1918-1933. Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, 3., aktualis. Aufl. Bonn 1998, S. 454-464; ders., So war Deutschland nie. Anmerkungen zur politischen Kultur der Bundesrepublik, München 1999.

11 Einen konzisen Überblick zur Erforschung der politischen „Teilkulturen“ Weimars gibt Andreas Wirsching, Die Weimarer Republik. Politik und Gesellschaft, München 2000, S. 84-90.

12 Freilich kursierten manche dieser Begriffe - dann meist anders konnotiert und von einer anderen Intention geleitet - auch im liberal-demokratischen Diskurs der Weimarer Republik. Dies weist nicht zuletzt auf eine gewisse Permeabilität zwischen der Mitte und dem rechten (wie linken) Extremum hin, die beide nicht als statische, hermetisch abgeschlossene Diskursräume zu denken sind.

13 Epstein (Anm. 1), S. 660.

14 Vgl. Dirk Moses, Die 45er: Eine Generation zwischen Faschismus und Demokratie, in: Neue Sammlung 40 (2000), S. 233-263; sowie unlängst Christina von Hodenberg, Konsens und Krise. Eine Geschichte der westdeutschen Medienöffentlichkeit 1945-1973, Göttingen 2006.

15 Sontheimer, So war Deutschland nie (Anm. 10), S. 172 (meine Hervorhebung).

16 Ders., Das Elend unserer Intellektuellen. Linke Theorie in der Bundesrepublik Deutschland, Hamburg 1976, S. 15.

17 Vgl. hier nur Kurt Sontheimer, Gegen den Mythos der 68er. Die Studentenrevolte war keine Nachgeschichte der NS-Zeit. Eine Replik auf Norbert Frei, in: Die Zeit, 8.2.2001, S. 34; sowie dazu jüngst auch die aufschlussreichen Erinnerungen seines Sohnes Michael Sontheimer, Kurt Sontheimer und die 68er. Persönliche Anmerkungen zu einer politischen Kontroverse, online unter URL: [...] (Anm. der Red.: Link ist nicht mehr verfügbar) (Rede, gehalten auf einem Symposium zum Gedenken an Kurt Sontheimer am 30.11.2005 im Münchner Geschwister-Scholl-Institut).

18 Vgl. Werner Schima, Politiker - „echte Volksvertreter“. Sontheimer beleuchtet Hintergrund der Krise, in: Murnauer Tagblatt, 19./20.2.2005, S. 13.

19 Iring Fetscher, Die Stimme des Gleichgewichts. Zum Tod des Politikwissenschaftlers Kurt Sontheimer, in: Süddeutsche Zeitung, 17.5.2005, S. 14.

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