„Anthropozän“

Plädoyer für eine Klimageschichte des 19. und 20. Jahrhunderts

Anmerkungen

Vor etwas mehr als zehn Jahren schlug der Atmosphärenchemiker und Nobelpreisträger Paul Crutzen vor, eine neue geologische Epoche zu taufen, die mit der Industrialisierung in England und im übrigen Europa begonnen habe: das Anthropozän.1 Die Bezeichnung unterstreicht, dass menschliche Aktivitäten immer größere Spuren in allen Teilsystemen des Erdsystems hinterlassen, seitdem sie sich mit der Kraft fossiler Brennstoffe entfalten. Der geologische Epochenschnitt koinzidiert mit einer Zäsur in der Gesellschaftsgeschichte, die in der Geschichtswissenschaft seit langem allgemein akzeptiert ist: die industrielle Transformation. Die daraus folgende Parallelisierung von Menschen- und Erdgeschichte kann nicht zufällig sein. Aber bisher ist unklar, in welcher Verbindung ihre Narrative stehen und welche Implikationen das für die Geschichtsschreibung hat. Das folgende Plädoyer für eine Klimageschichte des 19. und 20. Jahrhunderts zielt auf diesen Nerv.

Historiker sind mindestens seit 40 Jahren daran beteiligt, Klimageschichte zu schreiben, genau genommen: seit Emmanuel Le Roy Laduries Buch „Histoire du climat depuis l’an mil“ von 1967. Das Buch war eine Revolte, denn sein Autor plädierte für eine Klimageschichte ohne Menschen, was der anthropozentrischen Geschichtsschreibung seit dem Historismus ein Dorn im Auge sein musste und ausdrücklich der von Marc Bloch in seiner „Apologie pour l’histoire“ geäußerten Meinung widersprach, dass der Mensch der „natürliche Gegenstand der Geschichtswissenschaft“ sei und der Historiker daher einem „Menschenfresser“ gleiche.2

Le Roy Ladurie suspendierte alle Versuche, Klima- und Menschengeschichte in einen Zusammenhang zu bringen. Dabei hatte er das Schreckbild einer langen natur- und klimadeterministischen Tradition vor Augen. Um seine eigenen Interessen an den Agrarkrisen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, in die selbstverständlich Witterungsschwankungen und Menschen involviert waren, zu verbergen, erfand Le Roy Ladurie eine histoire pure, die dem Klimahistoriker die bescheidene Rolle eines Gehilfen der Meteorologen zudachte. Sein Argument: Wo Schriftzeugnisse Auskunft über Klimaverhältnisse geben, sind Historiker mit ihrem Handwerkszeug gefragt, diese Zeugnisse zu sammeln, sie auszuwerten und für die Datenverarbeitung aufzubereiten, um ein neues Bild des Klimas in historischen Epochen zu rekonstruieren, für die es keine Messdaten gab. Das Ziel der Selbstbeschränkung bestand „zunächst einmal darin, den Grundriss einer meteorologischen Entwicklung zum Zweck einer kosmologischen Naturgeschichte […] zu entwerfen“.3 Damit war „der Mensch“ aus dem Zentrum der Klimageschichte verbannt. Die zeitweilige Suspension der Klimafolgenforschung schuf ein Forschungsprogramm, an dessen Anfang die Rekonstruktion des Klimas stand, von der aus die Verstrickung der Menschen- mit der Klimageschichte dann neu diskutiert werden sollte.

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Natürlich kann man die weitere Geschichte der historischen Klimatologie auf keinen programmatischen Verlauf reduzieren. Es gab besonders um 1980 einige vielversprechende Versuche, die Klimafolgenforschung durch Untersuchung des Zusammenhangs von Witterungsschwankungen und Agrarkrisen in Gang zu setzen.4 Im Ganzen aber wirkt es dennoch so, als habe Le Roy Laduries Programm die historische Klimaforschung mit unsichtbarer Hand in ihre heutige Gegenwart geführt: Sie wurde und wird dominiert von der auf Schriftzeugnissen gegründeten Klimarekonstruktion für das Mittelalter und die Frühe Neuzeit; betrieben wird sie überwiegend von Geographen und nur von wenigen Historikern. Dabei hat sie bis mindestens zum Jahr 1500 zurück die besten, zeitlich und räumlich dichtesten Daten hervorgebracht, über die wir heute für diese Zeit verfügen.5 Es handelt sich zweifellos um eine der originellsten und imposantesten Leistungen historischer Forschung der vergangenen Jahrzehnte.

Gleichwohl hat die historische Klimatologie in der Historiographie der letzten Jahrzehnte nur wenige Spuren hinterlassen.6 Rückblickend scheint es so, als habe sie mit der Suspension der Klimafolgenforschung auch den Faden durchschnitten, der sie mit der Gesellschaftsgeschichte verband. Daran hat die Wiederbelebung der Klimafolgenforschung, die seit den späten 1990er-Jahren von der Erforschung von Katastrophen ausgeht, bisher wenig geändert.7 Immerhin hat die Zahl der Historiker, die am Klima als Faktor ihres jeweiligen Untersuchungsgegenstandes interessiert sind, inzwischen wieder zugenommen.8 Eine grundlegende Debatte über die Verbindung von Klima- und Gesellschaftsgeschichte steht aber bis heute aus.

Historiker hatten und haben gute Gründe, klimadeterministische Vereinfachungen mit größter Skepsis zu betrachten. Aber zugleich fehlen ihnen alternative Konzepte. Wie viele andere Geistes- und Sozialwissenschaftler ziehen sie es vor, sich erst gar nicht auf die Herausforderung der Klimageschichte oder des Klimawandels einzulassen.9 Stattdessen pflegen sie die Vorstellung der Selbstbezüglichkeit gesellschaftlichen Wandels und übernehmen damit, bewusst oder unbewusst, die „Befreiung von der Natur“ in die Freiheitsgeschichte moderner Gesellschaften. Autogenese ist das Signum der Moderne – und sie scheint Legitimation genug zu sein für den Ausschluss des Umweltbezugs sozialer Systeme aus ihren Narrativen. Noch die postkoloniale Modernitätsdebatte leidet im Großen und Ganzen an derselben ökologischen Blindheit wie die ältere Modernisierungstheorie und die von ihr beschriebenen technisch hochgerüsteten Gesellschaften, die der Illusion grenzenlosen Wachstums erliegen und immer so weiterwirtschaften, als seien die Ressourcen, die sie verschlingen, unendlich.10

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Dabei wird übersehen oder einfach ignoriert, dass menschliche Gesellschaften offene Systeme sind, die ohne ein „Außen“ nicht existieren können, mit dem sie in einem „Stoffwechsel“ (Metabolismus) stehen: das heißt in einem permanenten energetischen und materiellen Austausch. Die Theorie des Sozialmetabolismus kann diesen Austausch und seinen langfristigen historischen Wandel gut beschreiben, wird aber sogar von der Umweltgeschichte kaum beachtet.11 Tatsächlich ist dieser Austausch die Wurzel der Mensch-Umwelt-Beziehung: Er ist Grundlage sowohl der Verwundbarkeit sozialer Systeme gegenüber klimatischen Schwankungen, die bis heute immer wieder Krisen der organisierten Lebensmittelproduktion (Landwirtschaft) und der Gesundheitssysteme hervorgerufen haben, wie auch der Umweltprobleme, die Gesellschaften durch die meist unvorhergesehenen Folgen ihrer Ressourcennutzung geschaffen haben – zum Beispiel den rezenten Klimawandel.

Die Umweltfolgen menschlicher Aktivitäten haben im Laufe der Geschichte in dem Maße zugenommen, wie Gesellschaften den materiellen und energetischen Austausch immer weiter über das Mindestmaß der Subsistenz hinaus getrieben und dadurch Kräfte freigesetzt haben, deren Summe „die Menschheit“ heute zu einer geologischen Gewalt macht. Eben dies meint „Anthropozän“: eine „Epoche des Menschen in der Naturgeschichte“,12 ein neues geologisches Zeitalter, das dem Holozän mit seinem milden Globalklima nachfolgt und die Zukunft des Planeten Erde auf ungewisse Pfade führt.

Das Anthropozän ist diejenige Epoche, in der das Klima zum globalen Risiko geworden und die Weltgesellschaft herausgefordert ist, Lösungen ohne historische Vorbilder zu finden. Es ist die Epoche, in der Klimageschichte nicht mehr ohne den Menschen geschrieben werden kann – nicht einmal dann, wenn man unter Klimageschichte nur die „Naturgeschichte“ des Klimas versteht, denn der anthropogene Klimawandel stellt die alte Trennung zwischen Natur- und Menschengeschichte zur Disposition, wie Dipesh Chakrabarty treffend bemerkt hat.13 An der Spitze der Bewegung, die den Baum der Wissenschaft heute neu zu ordnen beginnt, steht die Erdsystemanalyse, die bereits die Disziplinengrenzen der Biologie, Chemie, Physik und Ökonomie überschreitet. Im Ensemble der „Erdwissenschaften“ fehlen „nur“ noch die Geistes- und Sozialwissenschaften. Der neue Holismus wird aber auch sie erreichen und verändern – schon deshalb, weil er ohne die Sozial- und Geisteswissenschaften an einem angemessenen Verständnis der Dynamik scheitern würde, die heute zur treibenden Kraft des globalen Wandels geworden ist: an der Rolle „des Menschen“.

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Chakrabarty, der wie bisher kein anderer Beobachter die Folgen des anthropogenen Klimawandels für die Geschichtsschreibung durchdacht hat, macht darauf aufmerksam, „dass die Klimaforscher an einer neuen Erzählung über die Menschen und ihre Vergangenheit arbeiten“. Sie hätten „begonnen, selbst Geschichtsschreibung zu treiben“, und zwar im Sinne einer „Klimageschichte des Planeten, von der die Geschichte und Idee menschlicher Mitwirkung nicht zu trennen sind“.14 Daran ist an und für sich nichts Beunruhigendes. Schließlich besitzen Historiker keine monopolisierten Urheberrechte auf Geschichtsschreibung. Aber man fragt sich unwillkürlich, wo die Historiker sind, die sich zu einem Dialog mit den Naturwissenschaften bereitfinden. Klimahistoriker, die einen ähnlichen Dialog seit Jahrzehnten führen, wagen sich bisher nicht auf das Feld der Neueren und Neuesten Geschichte, weil sie sich mehrheitlich als Paläoklimatologen verstehen – was bedeutet, dass sie Epochen, für die es Messdaten gibt, aus ihrem Gebiet ausschließen. Als Ausnahme ist noch einmal Le Roy Ladurie hervorzuheben: Seine mehrbändige „Histoire humaine et comparée du climat“ führt die Klimageschichte bis zur globalen Erwärmung in der Gegenwart weiter.15

 

Soziale und ökologische Indikatoren für globalen Wandel seit 1750 und für dessen Beschleunigung seit 1950. Die Darstellung basiert auf verschiedenen Datenquellen, die zuerst in einer Schlüsselpublikation des International Geosphere-Biosphere Programme (IGBP) kompiliert wurden. Vgl. Will Steffen u.a., Global Change and the Earth System. A Planet under Pressure, Berlin 2004, S. 132f.
(Eine Kurzfassung ist verfügbar unter:
http://www.igbp.net/download/18.1b8ae20512db692f2a680007761/IGBP_ExecSummary_eng.pdf.)
(Bildquelle: http://globaia.org/en/anthropocene/the_anthropocene_igbp_globaia.jpg; mit freundlicher Genehmigung.)

Wir brauchen heute eine Klimageschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, eine Klimageschichte des Anthropozäns, die aufzeigen kann, wie „der Mensch“ zur geologischen Kraft geworden ist. Natürlich ist dieses Plädoyer nur sinnvoll, wenn man davon ausgeht, dass mit den Statistiken über die Veränderung natürlicher Systeme (steigende Konzentrationen von Treibhausgasen in der Atmosphäre, schmelzende Gletscher, steigende Meeresspiegel, rückläufige Biodiversität usw.) und den Wandel der Weltgesellschaft (steigendes Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum, wachsender Welthandel, zunehmender Tourismus, intensivierte Landnutzung usw.) noch nicht alles gesagt ist. Immerhin lassen sich seit Beginn der Industrialisierung um 1750 in England zwei Phasen deutlich erkennen: Bei allen Indikatoren, deren Daten bis 1750 zurückreichen, ist um 1950 eine Zäsur zu beobachten (siehe Grafiken). Will Steffen, Paul Crutzen und John McNeill haben daher in ihrem Versuch einer Chronologie des Anthropozäns eine frühe industrielle Phase vor der Zäsur und eine Phase „großer Beschleunigung“ (Great Acceleration) danach unterschieden.16

Abgesehen von dieser Einteilung ist unser Bild vom anthropogenen Klimawandel aber bisher nur skizzenhaft: Wir wissen, dass niedrige Energiepreise das exponentielle Wachstum vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Ölkrise angestachelt haben;17 dass der Wechsel von Kohle zu Öl einen Einschnitt bedeutete, ohne den die Konsumgesellschaft von heute kaum denkbar wäre; dass Wirtschaftswachstum, Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen positiv korrelierende Größen sind; dass dem Verbrauch von Energieressourcen, ohne die der Entwicklungspfad von Industriegesellschaften nicht denkbar ist, eine global organisierte Ressourcenallokation zugrunde liegt, die den Wegen des Kapitals folgt und die Geschichte des rezenten Klimawandels mit derjenigen des Kapitalismus verstrickt; dass die kapitalistischen Spielregeln der Nahrungsmittel-, Ressourcen- und Güterverteilung Ungleichheiten zwischen Gesellschaften verstärkt haben, die vor der „westlichen“ Industrialisierung geringer waren, und weiterhin ungleiche Entwicklungspfade bedingen werden - eine Aussicht, die in internationalen Verhandlungen die Frage der Klimagerechtigkeit zuspitzt. Man könnte die Aufzählung fortführen, und gerade für die Zeitgeschichte tun sich hier viele neue Forschungsperspektiven auf.18

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Historiker erforschen die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts seit vielen Jahrzehnten, und mit dem Verständnis von sozio-kulturellem Wandel, das sie dabei entwickelt haben, verfügen sie über eine Basis, die den Paläoklimatologen und anderen Erdwissenschaftlern fehlt. Deren tiefenhistorische Narrative gehen vom „Menschen“ als Spezies aus und können damit den Wandel, um den es geht, kaum erklären. Historiker werden ihnen, in Übereinstimmung mit Soziologen, entgegenhalten, dass die Dynamiken, die hinter der Genese des „Anthropozän“ stehen, spezifisch gesellschaftlicher Natur sind.19 Es wäre daher auch präziser, von einem soziogenen statt von einem anthropogenen Klimawandel zu sprechen. Dies wiederum bedeutet, die Frage nach der „geologischen Kraft“ der „Menschheit“ oder „des Menschen“ in diejenige nach der Ökodynamik der industriellen Transformation zu übersetzen und damit die Frage nach der Moderne und der „großen Beschleunigung“ ab 1950 neu zu stellen – radikaler und vollständiger als bisher. Radikaler – das heißt auch, die universale Bedeutung der Mensch-Umwelt-Beziehungen für die Geschichte moderner Gesellschaften anzuerkennen. Wenn es stimmt (wofür vieles spricht), dass soziale Komplexität von einem bestimmten energetischen und materiellen Durchsatz abhängt, dann führt eine nicht-nachhaltige Ökodynamik auch in eine nicht-nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung – mit anderen Worten: in den Kollaps. Damit aber steht die Moderne selbst zur Disposition. Die Frage der Ökodynamik sozialer Systeme gehört aus diesem Grund nicht wieder in die Spezialistenecke der Umwelt- oder Klimageschichte verbannt. Vielmehr sind Historiker der Neueren und Neuesten Geschichte herausgefordert, Gesellschaftsgeschichte und „Naturgeschichte“ in einer Geschichte zweier großer Transformationen zu verbinden, die das Ergebnis einer einzigen, vielleicht unkontrollierbaren Dynamik ist.

Anmerkungen: 


1 Paul J. Crutzen/Eugene F. Stoermer, The „Anthropocene“, in: Global Change Newsletter 41 (2000), S. 17f. Für neuere Beiträge dazu siehe Anm. 16. Eine englische Übersetzung des vorliegenden Beitrags ist verfügbar unter http://www.zeithistorische-forschungen.de/16126041-Mauelshagen-1-2012#engl.

2 Marc Bloch, Apologie der Geschichtswissenschaft oder der Beruf des Historikers, Stuttgart 2002, S. 30. Rückblickend erscheint es als vielsagende Unachtsamkeit, in diesem Zusammenhang von „natürlich“ zu sprechen. Im französischen Original heißt es: „l’objet de l’histoire est par nature l’homme“. Für Le Roy Laduries Bezugnahme auf Blochs Metapher vom „Menschenfresser“ (ogre) siehe ders., Histoire du climat depuis l’an mil, Paris 1967, S. 21. Zum Ganzen ausführlich Franz Mauelshagen/Christian Pfister, Vom Klima zur Gesellschaft. Klimageschichte im 21. Jahrhundert, in: Harald Welzer/Hans-Georg Soeffner/Dana Giesecke (Hg.), KlimaKulturen. Soziale Wirklichkeiten im Klimawandel, Frankfurt a.M. 2010, S. 241-269, hier bes. S. 246-251.

3 Emmanuel Le Roy Ladurie, Die Geschichte von Sonnenschein und Regenwetter, in: Claudia Honegger (Hg.), Schrift und Materie der Geschichte. Vorschläge zur systematischen Aneignung historischer Prozesse, Frankfurt a.M. 1977, S. 220-246, hier S. 222.

4 Ich beschränke mich mit dem Hinweis auf Christian Pfister, Agrarkonjunktur und Witterungsverlauf im westlichen Schweizer Mittelland 1755–1797, Liebefeld 1975, und John Dexter Post, The Last Great Subsistence Crisis in the Western World, Baltimore 1977, sowie die in den folgenden Sammelbänden dokumentierten Debatten: Robert I. Rotberg/Theodore K. Rabb (Hg.), Climate and History. Studies in Interdisciplinary History, Princeton 1981, und Thomas M.L. Wigley/Michael J. Ingram/Graham Farmer (Hg.), Climate and History. Studies in Past Climates and their Impact on Man, Cambridge 1981.

5 Der Aufsatz von Petr Dobrovolný u.a., Monthly, Seasonal and Annual Temperature Reconstructions for Central Europe Derived from Documentary Evidence and Instrumental Records Since AD 1500, in: Climatic Change 101 (2010), S. 69-107, zeigt dies mustergültig und enthält weitere Literaturhinweise.

6 Zum schwierigen Verhältnis der historischen Klimatologie zur Geschichtswissenschaft vgl. Franz Mauelshagen, Klimageschichte der Neuzeit 1500–1900, Darmstadt 2010, S. 28-35.

7 Dazu ausführlich ders., Keine Geschichte ohne Menschen: Die Erneuerung der historischen Klimawirkungsforschung aus der Klimakatastrophe, in: André Kirchhofer u.a. (Hg.), Nachhaltige Geschichte. Festschrift für Christian Pfister, Zürich 2009, S. 169-193, hier bes. S. 177ff.

8 Siehe das Programm der Pariser Tagung „Historical Climatology: Past and Future“ vom September 2011 und dazu den Bericht von Martin Bauch: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=3833.

9 Natürlich gibt es Ausnahmen, etwa Welzer/Soeffner/Giesecke, KlimaKulturen (Anm. 2). Auch die Arbeiten von Klaus Krämer müssen hier erwähnt werden, besonders sein Buch Die soziale Konstitution der Umwelt, Wiesbaden 2008, sowie Martin Voss (Hg.), Der Klimawandel. Sozialwissenschaftliche Perspektiven, Wiesbaden 2010.

10 Jüngster Beleg für den Ausschluss der ökologischen Dimension ist die Dokumentation des AHA-Roundtable: Historians and the Question of „Modernity“ in der American Historical Review vom Juni 2011.

11 Ich verweise allgemein auf die Arbeiten von Rolf Peter Sieferle, zuletzt v.a.: ders. u.a., Das Ende der Fläche. Zum gesellschaftlichen Stoffwechsel der Industrialisierung, Köln 2006. Einführend: Fridolin Krausmann/Marina Fischer-Kowalski, Gesellschaftliche Naturverhältnisse. Globale Transformationen der Energie- und Materialflüsse, in: Reinhard Sieder/Ernst Langthaler (Hg.), Globalgeschichte 1800–2010, Wien 2010, S. 39-68.

12 Clarence J. Glacken, Traces on the Rhodian Shore. Nature and Culture in Western Thought from Ancient Times to the End of the Eighteenth Century, Berkeley 1967, S. 655: „epoch of man in the history of nature“.

13 Dipesh Chakrabarty, The Climate of History. Four Theses, in: Critical Inquiry 35 (2009), S. 197-222, hier S. 201-207. Ich danke Nico Stehr, der mich auf diesen Artikel hinwies. Mein Dank gilt auch Dipesh Chakrabarty, der Harald Welzer und mir eine leicht erweiterte englische Version für die Übertragung ins Deutsche zur Verfügung stellte: ders., Das Klima der Geschichte: Vier Thesen, in: Welzer/Soeffner/Giesecke, KlimaKulturen (Anm. 2), S. 270-301.

14 Dipesh Chakrabarty, Verändert der Klimawandel die Geschichtsschreibung?, in: Transit 41 (2011), S. 143-163, hier S. 143.

15 Emmanuel Le Roy Ladurie, Histoire humaine et comparée du climat, Bd. 3: Le réchauffement de 1860 à nos jours, Paris 2009. Auch Christian Pfister/Jürg Luterbacher/Daniel Brändli, Wetternachhersage. 500 Jahre Klimavariationen und Naturkatastrophen (1496–1995), Bern 1999, und Rüdiger Glaser, Klimageschichte Mitteleuropas. 1200 Jahre Wetter, Klima, Katastrophen, 2. Aufl. Darmstadt 2008, dehnen ihre Chronologie ins 20. Jahrhundert aus.

16 Will Steffen/Paul J. Crutzen/John R. McNeill, The Anthropocene: Are Humans Now Overwhelming the Great Forces of Nature?, in: AMBIO. A Journal of the Human Environment 36 (2007), S. 614-621, und neuerdings die veränderte Version dieses Beitrags: Will Steffen u.a., The Anthropocene: Conceptual and Historical Perspectives, in: Philosophical Transactions, Series A: Mathematical, Physical, and Engineering Sciences 369, No. 1938 (2011), S. 1056-1084.

17 Hier sind insbesondere die Arbeiten von Christian Pfister zum „1950er-Syndrom“ zu erwähnen, zuletzt: The „1950s Syndrome“ and the Transition from a Slow-Going to a Rapid Loss of Global Sustainability, in: Frank Uekötter (Hg.), Turning Points in Environmental History, Pittsburgh 2010, S. 90-118.

18 Zur Bedeutung der Zweiten Ölkrise von 1979 und ihren Folgen für das Verständnis der Gegenwart siehe die Hinweise von Frank Bösch in diesem Heft.

19 Diese paradox anmutende Formulierung, die auf eine der traditionellen Bedeutungen von „Natur“ als „Qualität“ zurückgreift, ist hier mit Absicht gewählt, um die fraglich gewordene Natur nicht aus dem Blick zu verlieren.

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Franz Mauelshagen
The ‘Anthropocene’
A Case for a Climate History of the Nineteenth and Twentieth Centuries
 

Notes

About ten years ago, the atmospheric chemist and Nobel laureate Paul Crutzen suggested that a new geologic era had begun at around the same time as industrialisation in England and in the rest of Europe. He called this era the ‘Anthropocene’.1 This term underlines the fact that human activities which developed along with the use of fossil fuels have had an increasingly profound impact on all sub-systems of the earth system. This geologic caesura coincided with industrial transformation, an incision in human history, which has been widely accepted for a long time. The consequent parallel unfolding of human history and the earth’s history is, however, no pure coincidence. To this day, it is not clear how the two narratives are connected and what implications this might have for historiography. The following pages, which make a case for writing the first ever climate history of the nineteenth and twentieth centuries, focus on this question.

Historians have been writing about climate history for at least forty years, in particular since 1967, when Emmanuel Le Roy Ladurie’s book Histoire du climat depuis l’an mil was published. This book was understood to be a kind of historiographical protest, because its author advocated a climate history void of human beings. By eliminating the human aspect, Le Roy Ladurie challenged the historicist tradition of anthropocentric historiography and explicitly contradicted Marc Bloch who, in his The Historian’s Craft, had stated that ‘the object of history is, by nature, man’ and that the historian thus resembled an ogre.2

In response to the tradition of determinism in climate historiography, Le Roy Ladurie abandoned any attempt to establish links between climate and human history. In order to conceal his own bias towards the agrarian crises of the medieval and early modern periods, during which there was certainly climatic variability as well as human activity, he invented a ‘pure history’ (histoire pure), and thereby assigned to the climate historian the role of a famulus to meteorologists. Le Roy Ladurie argued that wherever written records provided information about climatic conditions, the historian’s craft was to collect and assess this evidence in order to reconstruct a new image of climate in historical periods for which there were no measured data. The aim of this self-restriction was ‘to produce a clear picture of the changing meteorological patterns of past ages, in the spirit of what Paul Veyne calls “a cosmological history of nature”’.3 Thus, ‘humans’ were removed from the centre of climate history. The temporary suspension of climate impact research led to a research agenda which began with the reconstruction of climate, and which should enable the historian to explain in new terms how humans and climate history are interrelated.

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Of course, the development of historical climatology cannot be conceived of in purely programmatic terms. Around 1980 in particular, there were several promising attempts to initiate climate impact research by investigating the connection between climatic variability and agrarian crises.4 However, Le Roy Ladurie’s agenda appeared to have set the standards for historical climatology at that time. Historical climatology dealing with the medieval and early modern periods was (and still is) dominated by (written) record-based climate reconstruction. The majority of researchers in this field are geographers, and very few are historians. However, the field has given rise to the highest (temporal and spatial) resolution of data currently available for this period, and reaches back to at least 1500. This collection of data is therefore one of the most original and impressive achievements of historical research in recent decades.5

One may also note that historical climatology has not had a lasting impact on contemporary historiography.6 In hindsight the suspension of research about the impact of historical research appears to have severed the link between historical climatology and social history. The revival of historical impact research in the late 1990s, which focused primarily on disasters, has not changed this situation.7 At present, more and more historians are turning their attention to climate as one of the factors which potentially influence their objects of research.8 Nonetheless, debate about the connection between climate and socio-cultural history is still overdue.

Historians continue, with good reason, to be suspicious of deterministic simplifications about climate. At the same time, they do not propose alternative approaches. Like many other scholars from the humanities and social sciences, they prefer not to accept the challenges of climate history and global warming.9 Rather, they continue to harbour the idea that social change is self-referential, and therefore (whether consciously or unconsciously) adopt the notion of the ‘liberation from nature’ in their narratives of the histories of freedom and modernisation. For many historians and social scientists as well, autogenesis is the signum of modernity, and is perceived as a licence to exclude the environmental basis of social systems from its narratives. Even the postcolonial debate about modernity is similarly afflicted with ecological blindness, as were former theories of modernisation and the technologically well-equipped societies described by them. These societies sustain the delusion of endless growth and continue to operate as if the resources they use were unlimited.10

3

What these theories overlook, or simply ignore, is the fact that human societies are open systems whose survival is dependent on external factors which must be acknowledged as part of their ‘metabolism’. In other words, they are involved in a permanent energetic and material exchange with the ‘outside’ world. The theory of social metabolism makes sense of this exchange and its historical transformations in the long term. However, even environmental historians have hardly applied it.11 In fact, this exchange is essential to human-environmental relations; it is the root of the vulnerability of social systems in the face of climatic variability, which has repeatedly caused crises in agriculture and health systems; and it is also the root of environmental problems such as the recent climate change, which was caused unintentionally by societies as a consequence of their use of resources.

Over time, the environmental consequences of human activities have increased in proportion to the degree to which societies have driven material and energetic exchange beyond the threshold of mere subsistence. The resulting dynamics mean that humans are now a geological force in their own right. This is the essence of the ‘Anthropocene’ – an ‘epoch of man in the history of nature’,12 a new geological era which follows the mild global climate of the Holocene and is leading our planet into an uncertain future.

The Anthropocene is an era in which climate has become a global risk, and in which world society is required to find unprecedented historic solutions. It is an era in which climate history can no longer be written without human beings, even if one focuses on climate history as the mere ‘natural history’ of climate. Anthropogenic climate change brings into question the old distinction between natural and human history, as Dipesh Chakrabarty aptly remarked in a recent article.13 Today, earth system analysis, which encroaches into the fields of biology, chemistry, physics and economics, is pioneering the reorganisation of the tree of knowledge. Only the social sciences and humanities have still not been included in the group of earth sciences. However, the new holism will eventually absorb even these fields and irrevocably change them. For without them, the dynamics of holism, based on humans as the central driving force of global change, would be incompletely understood.

4

Chakrabarty, unlike any other observer before him, has analysed the consequences of anthropogenic climate change for historiography, and underscored the fact ‘that climate scientists are working on a new narrative about humans and their past’. They have ‘begun to write history themselves’ in the form of ‘a climate history of the planet from which the history and idea of human involvement cannot be separated’.14 There is nothing inherently disturbing about this idea, since historians have no monopoly over historiography. But one has to enquire into when historians will be ready to enter into dialogue with natural scientists. Climate historians who have been involved in such cross-disciplinary dialogue for decades have not yet addressed the field of modern and contemporary history. They see themselves as paleoclimatologists, which means that they exclude from their research periods for which measured data are available. The exception to this rule is, again, Le Roy Ladurie. His multi-volume Histoire humaine et comparée du climat deals with climate history up to the present-day phenomenon of global warming.15

 

Social and ecological indicators of global change since 1750 and its acceleration since 1950. This graph is based on various data which were first compiled in a flagship publication of the International Geosphere-Biosphere Programme (IGBP). See Will Steffen et al., Global Change and the Earth System: A Planet under Pressure, Berlin 2004, pp. 132-133.
(A short version is available at:
http://www.igbp.net/download/18.1b8ae20512db692f2a680007761/IGBP_ExecSummary_eng.pdf.)
(image source: http://globaia.org/en/anthropocene/the_anthropocene_igbp_globaia.jpg; by kind permission)

Today we need a climate history of the nineteenth and twentieth centuries, a climate history of the Anthropocene which shows how ‘humans’ have become a geological force. Of course such a proposition only makes sense if we assume that statistics about changing natural systems (rising concentrations of greenhouse gases in the atmosphere, melting glaciers, rising sea levels, declining biodiversity etc.) and about a changing world society (increasing population and economic growth, growing world trade, increasing tourism, intensified land use etc.) do not show the full picture. After all, in these statistics, two phases are clearly discernible since the beginning of the industrial revolution in England around 1750. According to all indicators whose data reach back to 1750, a clear caesura occurred around 1950. In their chronology of the Anthropocene, Will Steffen, Paul Crutzen and John McNeill therefore differentiate between an early industrial phase preceding this caesura and a phase of ‘great acceleration’ that follows it.16

Apart from this division, our image of anthropogenic climate change is still rather sketchy. We know that low energy prices after the end of the Second World War fuelled exponential economic growth until the oil crisis of the 1970s,17 and that the switch from coal to oil was a significant breach without which our present consumer society would hardly be conceivable; we know that economic growth, energy consumption and green house gas emissions are positively correlated factors; we know that the consumption of energy resources, without which the path taken by industrial societies would be inconceivable, is based on a globally organised resource allocation that follows the trail of capital and thus means that the history of recent climate change is closely connected to the history of capitalism; we know that the capitalist laws ruling the distribution of food, resources, and other goods have increased disparities between societies – disparities, which were less pronounced prior to ‘western’ industrialisation and which will continue to foster unequal paths of development. This prospect has made the question of climate justice more acute in international negotiations. We could prolong this list and add more new perspectives for research into contemporary climate history.18

5

Historians of the nineteenth and twentieth centuries have developed an understanding of socio-cultural change in this period which paleoclimatologists and other earth scientists do not have. Their narratives of deep history are based on an understanding of humans as a biological species which does not adequately explain the dynamics underlying recent global change. Historians and sociologists will most likely insist that the ‘nature’ of the dynamics involved in the emergence of the Anthropocene is specifically social. From their point of view it would therefore be more precise to speak of ‘sociogenic’ rather than anthropogenic climate change. However, this means that we need to reformulate the question about the ‘geological force’ of ‘humanity’ or of ‘humans’ in terms of the question about the ecodynamics of the industrial transformation, and thus reconsider the question about modernity and the ‘great acceleration’ after 1950 more radically and perhaps more completely than before. ‘More radical’ consideration of this sort also means that we need to recognise the universal significance of the human-environment relationship for the history of modern societies. If it is true that social complexity arises from a specific rate of energetic and material flow, unsustainable ecodynamics will also lead to an unsustainable societal development or, in other words, to collapse. This means that the idea of modernity will be subject to renegotiation. Hence the question of the ecodynamics of social systems should not be confined to the field of environmental or climate history. Rather, historians of modern and contemporary history are called on to build bridges between socio-cultural history and ‘natural history’ in a common history of two great transformations that are the result of the same (and possibly incontrollable) dynamics.

Notes: 


1 Paul J. Crutzen/Eugene F. Stoermer, The ‘Anthropocene’, in: Global Change Newsletter 41 (2000), pp. 17-18. For more recent articles on this topic, see fn. 16.

2 Marc Bloch, The Historian’s Craft, Manchester 1992, p. 30. In this context, the words ‘by nature’ are careless. The French original is the same: ‘l’objet de l’histoire est par nature l’homme’. For Le Roy Ladurie’s reference to Bloch’s metaphor of the ogre, see Histoire du climat depuis l’an mil, Paris 1967, p. 21. For a more extensive account of this story, see Franz Mauelshagen/Christian Pfister, Vom Klima zur Gesellschaft. Klimageschichte im 21. Jahrhundert, in: Harald Welzer/Hans-Georg Soeffner/Dana Giesecke (eds), KlimaKulturen. Soziale Wirklichkeiten im Klimawandel, Frankfurt a.M. 2010, pp. 241-269, in particular pp. 246-251.

3 Emmanuel Le Roy Ladurie, The History of Rain and Fine Weather, in: The Territory of the Historian, Chicago 1979, pp. 293-319, quote from p. 295.

4 Here I am referring to Christian Pfister, Agrarkonjunktur und Witterungsverlauf im westlichen Schweizer Mittelland 1755–1797, Liebefeld 1975, and John Dexter Post, The Last Great Subsistence Crisis in the Western World, Baltimore 1977, as well as to the debates documented in the following edited books: Robert I. Rotberg/Theodore K. Rabb (eds), Climate and History. Studies in Interdisciplinary History, Princeton 1981, and Thomas M.L. Wigley/Michael J. Ingram/Graham Farmer (eds), Climate and History. Studies in Past Climates and their Impact on Man, Cambridge 1981.

5 A recent survey article by Petr Dobrovolný et al., Monthly, Seasonal and Annual Temperature Reconstructions for Central Europe Derived from Documentary Evidence and Instrumental Records Since AD 1500, in: Climatic Change 101 (2010), pp. 69-107, shows this in an exemplary manner and provides many more bibliographical references.

6 The difficult relationship between historical climatology and historiography is more extensively dealt with in Franz Mauelshagen, Klimageschichte der Neuzeit 1500–1900, Darmstadt 2010, pp. 28-35.

7 See Franz Mauelshagen, Keine Geschichte ohne Menschen: Die Erneuerung der historischen Klimawirkungsforschung aus der Klimakatastrophe, in: André Kirchhofer et al. (eds.), Nachhaltige Geschichte. Festschrift für Christian Pfister, Zürich 2009, pp. 169-193, and here in particular pp. 177ff., for a more extensive account of these developments.

8 See, for example, the programme of the conference about ‘Historical Climatology: Past and Future’, which took place in Paris in September 2011, and Martin Bauch’s review of this event: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=3833>.

9 Of course there are exceptions such as Welzer/Soeffner/Giesecke, KlimaKulturen (see fn. 2). Klaus Krämer’s work should also be mentioned here, in particular his book Die soziale Konstitution der Umwelt, Wiesbaden 2008; see also Martin Voss (ed.), Der Klimawandel. Sozialwissenschaftliche Perspektiven, Wiesbaden 2010.

10 Recent proof of this ecological negligence is given by the contributions to the AHA-Roundtable: Historians and the Question of ‘Modernity’, printed in The American Historical Review (June 2011).

11 I refer to Rolf Peter Sieferle’s work here, especially to his recent co-authored book: Das Ende der Fläche. Zum gesellschaftlichen Stoffwechsel der Industrialisierung, Köln 2006. A short introduction is: Fridolin Krausmann/Marina Fischer-Kowalski, Gesellschaftliche Naturverhältnisse. Globale Transformationen der Energie- und Materialflüsse, in: Reinhard Sieder/Ernst Langthaler (eds), Globalgeschichte 1800–2010, Vienna 2010, pp. 39-68.

12 Clarence J. Glacken, Traces on the Rhodian Shore. Nature and Culture in Western Thought from Ancient Times to the End of the Eighteenth Century, Berkeley 1967, p. 655.

13 Dipesh Chakrabarty, The Climate of History. Four Theses, in: Critical Inquiry 35 (2009), pp. 197-222, in particular pp. 201-207. Nico Stehr kindly drew my attention to this article, and also to Dipesh Chakrabarty, who sent an extended English version of the same article for translation in the aforementioned volume edited by Harald Welzer, Hans Georg Soeffner and Dana Giesecke (see fn. 2).

14 Dipesh Chakrabarty, Verändert der Klimawandel die Geschichtsschreibung?, in: Transit 41 (2011), pp. 143-163, quote from p. 143 (my translation).

15 Emmanuel Le Roy Ladurie, Histoire humaine et comparée du climat, Vol. 3: Le réchauffement de 1860 à nos jours, Paris 2009. Both, Christian Pfister/Jürg Luterbacher/Daniel Brändli, Wetternachhersage. 500 Jahre Klimavariationen und Naturkatastrophen (1496–1995), Bern 1999, and Rüdiger Glaser, Klimageschichte Mitteleuropas. 1200 Jahre Wetter, Klima, Katastrophen, 2nd ed. Darmstadt 2008, extend their chronologies into the twentieth century.

16 Will Steffen/Paul J. Crutzen/John R. McNeill, The Anthropocene: Are Humans Now Overwhelming the Great Forces of Nature?, in: AMBIO. A Journal of the Human Environment 36 (2007), pp. 614-621; a more recent and extended version of this article is: Will Steffen et al., The Anthropocene: Conceptual and Historical Perspectives, in: Philosophical Transactions, Series A: Mathematical, Physical, and Engineering Sciences 369, no. 1938 (2011), pp. 1056-1084.

17 In this context Christian Pfister’s studies of what he has labeled the ‘Syndrome of the 1950s’ need be mentioned; see: The ‘1950s Syndrome’ and the Transition from a Slow-Going to a Rapid Loss of Global Sustainability, in: Frank Uekötter (ed.), Turning Points in Environmental History, Pittsburgh 2010, pp. 90-118.

18 Concerning the importance of the Second Oil Crisis of 1979 and its relevance for the understanding of the present, see Frank Bösch’s contribution to this issue.