Sicherheit und Sicherheitsempfinden als Thema der Zeitgeschichte

Eine Einleitung

Anmerkungen

„Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht.“

(Joachim Ringelnatz)

Betrachtet man die Moderne als Projekt der Kontingenzbewältigung, so ist „Sicherheit“ eines ihrer wichtigsten Kernelemente, zielte das Projekt der Moderne doch unter anderem darauf, durch soziale Sicherungssysteme Lebensrisiken zu reduzieren. Wissenschaftliche und technische Fortschritte spielten dabei eine wesentliche Rolle, da entsprechende Hoffnungen von einem weit verbreiteten Optimismus getragen wurden. Je stärker sich jedoch die Erfahrung verdichtete, dass dieser Fortschritt vielfältige Gefahren erst schuf, umso mehr erschien die Moderne als eine Epoche, die im Dienst des Fortschritts auch neue Risiken wie Reaktorunfälle, Börsencrashs oder Arbeitslosigkeit generiert.

Daraus ergeben sich klassische Paradoxien: Unsicherheit wird in Kauf genommen, um Sicherheit zu schaffen; neue Risiken werden eingegangen, um alte Risiken zu minimieren und Wohlstand zu sichern (oder auch, um der Langeweile als einer Nebenwirkung der Sicherheit zu entkommen). Obwohl immer mehr vormoderne Gefahren, Bedrohungen und Risiken1 in den westlichen Industriegesellschaften durch ein komplexes System von sozialen Sicherungen und privaten Versicherungen sukzessive minimiert wurden, hat das subjektive Sicherheitsempfinden vieler Menschen nicht zu-, sondern abgenommen.2 Fast scheint es, als stünden die Ängste moderner Menschen in einem merkwürdigen Missverhältnis zu den Bedrohungen, die sie (vermeintlich) hervorgerufen haben. Weit verbreitet ist beispielsweise die Angst vor Terroranschlägen, wenngleich die Wahrscheinlichkeit, einem solchen Anschlag zum Opfer zu fallen, an den meisten Orten deutlich niedriger ist als die Wahrscheinlichkeit, von einem Auto überfahren zu werden. Die Ursache der Angst ist deshalb weniger in einer quantifizierbaren Bedrohung für Leib und Leben zu suchen als vielmehr darin, dass der internationale Terrorismus als ein Angriff auf „den Westen“ verstanden wird, der neben der physischen eben auch eine ideologische und psychologische Dimension hat. Lassen sich der Unverhältnismäßigkeit der subjektiven Verunsicherung im Fall des Terrorismus noch Statistiken entgegenhalten, so gibt es auch Felder, auf denen die Zusammenhänge deutlich komplexer sind. Zu Recht beklagen sich die Einwohner der US-amerikanischen Südstaaten darüber, dass die Firma BP durch Nichteinhaltung von Sicherheitsstandards eine Ölkatastrophe billigend in Kauf genommen hat. Wahrscheinlich aber würden die gleichen Bürger vehement gegen eine Anhebung der Ölpreise protestieren, selbst wenn die erhöhten Einnahmen dem Umweltschutz zugute kämen.

Mit Blick auf das Verhältnis von Moderne und Sicherheit gibt es in der Forschung zwei Metanarrative, die einander auf den ersten Blick auszuschließen scheinen. Während die Moderne von den einen als eine von Fortschritt, technischer Beherrschbarkeit der Natur, der Entwicklung sozialer Sicherungssysteme und der Bemühung um den Schutz von Menschen- und Bürgerrechten geprägte Zeit gedeutet wird, vertreten andere Wissenschaftler die Ansicht, die Moderne habe das Leben insgesamt eher unsicherer gemacht. Der Soziologe Seymour Fiddle bezeichnete die Moderne 1980 in einem gleichnamigen Buch als „Zeitalter der Unsicherheit“.3 Ulrich Beck hat in seinem Buch über die „Risikogesellschaft“ die These vertreten, dass seit der Strukturkrise der 1970er-Jahre in den Industriegesellschaften nicht mehr die Bekämpfung von Not und Armut im Vordergrund gestanden habe (sprich: die Gewährleistung sozialer Sicherheit), sondern die Abfederung von Risiken, denen Individuen nach der Auflösung familiärer Bindungen ausgesetzt und zu denen zahlreiche neue Risiken hinzu gekommen seien (vgl. den Beitrag von Gabriele Metzler in diesem Heft).

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Doch steht eine solch kritische Sicht auf die Moderne nicht zwingend im Widerspruch zu der These, die Steigerung von Sicherheit sei eines der Kernelemente der Moderne selbst. Vielmehr verweist dies darauf, dass Sicherheit kein absoluter, sondern ein relativer Wert ist, der stets in ein vernünftiges Verhältnis zu Kosten und Nutzen gesetzt werden muss. Ein Zugewinn an Sicherheit in einem Bereich des Lebens schließt den Verlust von Sicherheit(en) in einem anderen Bereich keineswegs aus (sondern bedingt ihn möglicherweise). Die Moderne ist eben nicht nur die Zeit der Sozialversicherungen und einer weit verbreiteten, häufig eher diffusen Vorstellung, es gebe eine Art Recht auf Sicherheit, sondern auch die Zeit der rasanten Steigerung von Komplexität, die es vielfach unmöglich macht, technische, soziale und ökologische Risiken wissenschaftlich zu kalkulieren und entsprechend für deren Begrenzung bzw. die Sicherung von Vertrauen durch die technischen, politischen und wirtschaftlichen Eliten zu sorgen.4

Welche Bedeutung Sicherheitsfragen aktuell beigemessen wird, lässt sich nicht zuletzt daran ablesen, dass die Fülle der Publikationen zum Thema unüberschaubar zu werden droht. Schnell entsteht hier der Eindruck, das Thema sei bereits überforscht – ein Eindruck, der noch dadurch verstärkt wird, dass Politik und Medien das Thema quasi täglich aufgreifen. Künstler setzen sich in ihren Arbeiten mit Fragen von Sicherheit und Verunsicherung auseinander,5 und Bürgerrechtler – wie Gerhart Baum6 und jüngst die Autoren Ilja Trojanow und Juli Zeh7 – mahnen, dass im Namen von Sicherheit in den vergangenen Jahren Bürgerrechte in solchem Maße beeinträchtigt wurden (bzw. werden sollten), dass das Bundesverfassungsgericht einschreiten musste – so geschehen im Fall des Gesetzes zur Vorratsdatenspeicherung und des Gesetzes, das im Entführungsfall den Abschuss von Passagiermaschinen erlaubt.8 Über den Sinn solcher Maßnahmen, die Bürgerrechte im Namen der Sicherheit einschränken, wurden in der Bundesrepublik bereits anlässlich der von BKA-Chef Horst Herold eingeführten Rasterfahndung, der Inbetriebnahme von Nacktscannern an Flughäfen oder der Einführung der elektronischen Fußfessel für entlassene Straftäter hitzige Debatten geführt. In Großbritannien dagegen ist die großräumige Einführung der Videoüberwachung (Closed Circuit Television/CCTV) derweil schon viel stärker fortgeschritten (vgl. den Beitrag von Dietmar Kammerer in diesem Heft).

Das vorliegende Themenheft ist als Beitrag zum (zeit)historischen Sicherheitsdiskurs konzipiert, der – selbst unter dem Eindruck des tagespolitischen Sicherheitsdiskurses stehend – auf empirische Forschung und theoretische Reflexion angewiesen ist. Anders als in den aktuellen Debatten geht es hier darum, die Entstehung unterschiedlicher Begriffe, Konzepte und Institutionen der Sicherheit nachzuzeichnen und dabei auch die Koppelung an verschiedene Herrschaftsformen zu berücksichtigen. Während die autoritären und faschistischen Diktaturen des 20. Jahrhunderts noch die Prinzipien von „Recht und Ordnung“ propagierten oder versprachen, der Einzelne sei in der „Volksgemeinschaft“ sicher aufgehoben, gleichzeitig aber all jene, die nicht zu dieser Gemeinschaft zählten, marginalisierten und im schlimmsten Fall massenhaft ermordeten, investierten sozialistische Diktaturen einen guten Teil ihrer Ressourcen in die soziale Sicherung ihrer Bürgerinnen und Bürger und signalisierten damit deutlich, dass diese Sicherung ihnen wichtiger erschien als die Gewährung von Bürgerrechten wie Presse- und Meinungsfreiheit (vgl. dazu den Beitrag von Elena Dragomir in diesem Heft). Fast könnte man meinen, die Staatssozialismen hätten den eigenen wirtschaftlichen Ruin in Kauf genommen, um den wirtschaftlichen Ruin ihrer Bevölkerungen abzuwenden – wie wir heute wissen, mit wenig Erfolg. Vielmehr scheint es, als habe das westliche Modell der freien bzw. sozialen Marktwirtschaft bessere Lösungen gefunden, die indes nicht allein von Sicherheitsversprechen getragen wurden, sondern auch von Angeboten in anderen Kernbereichen von Modernität – wie Mobilität, Mediennutzung oder politischer Partizipation. Mithin gilt es gerade in historischer Perspektive, verschiedene Pfade der Verhandlung von Sicherheit und Risiko – nämlich den liberal-demokratischen, den sozialistischen und den faschistischen – miteinander zu vergleichen und dabei ein besonderes Augenmerk auf das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit zu richten.

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Historisch betrachtet erstreckt sich die „Herstellung“ von Sicherheit allerdings nicht nur auf den Bereich der sozialen oder wirtschaftlichen Absicherung, sondern auch auf das bereits genannte Feld der Mobilität. Gerade im Verkehrswesen hat sich die Aushandlung von Sicherheitsstandards als besonders schwierig erwiesen, da die Einführung immer neuer Transportmittel (beginnend mit dem Bau der Eisenbahn im 19. Jahrhundert) naturgemäß ein gewisses Maß an Unsicherheit mit sich gebracht hat. Zugentgleisungen, Schiffbrüche, Autounfälle und Flugzeugabstürze sind nicht tragische Un- oder Zufälle, sondern kalkulierte Risiken, denen sich der Mensch seit dem 19. Jahrhundert aussetzen muss, wenn er mobil, sprich: modern sein möchte.

Die Beiträge dieses Heftes zeigen, dass die Moderne und damit auch die Zeitgeschichte weder (allein) eine Epoche der Sicherheit noch eine Epoche der Unsicherheit ist. Vielmehr hat sie das Verhältnis von Sicherheit und Risiko, von Sicherheit und subjektiver Verunsicherung, von Angst und Abenteuerlust oder Experimentierfreude in spezifischer Weise neu gestaltet. Als zentral ist dabei die Idee der Risikostreuung einzuschätzen, die bereits in der Frühen Neuzeit die Einrichtung von Seeversicherungsgesellschaften motivierte: Wo mögliche Schäden nicht mehr zu individuellem Ruin, sondern infolge von Umverteilung nur noch zu tragbaren Rückschlägen führen können, steigen sowohl die Risikobereitschaft als auch die relative Sicherheit der beteiligten Unternehmer (vgl. dazu den Beitrag von Peter Borscheid in diesem Heft).

Gleichwohl können wir feststellen, dass die Gestaltung der Spielräume und die Wahl der Felder, auf denen individuelle Risiken minimiert wurden und werden, keineswegs einheitlich sind. Vielmehr sind neben den systembedingten Unterschieden auch nationale oder regionale Besonderheiten nachzuzeichnen. Am Beispiel der Schweiz kann man lernen, wie im Umgang mit den verschiedenen Naturkatastrophen des 19. Jahrhunderts der nationale Zusammenhang für die Sammlung von Spenden beschworen, aber gleichzeitig auch sinnlich erfahrbar wurde, schlossen diese Sammelaktionen doch auch Frauen, Kinder und Jugendliche ein. Die finanzielle Solidarität wirkte als Kitt zwischen verschiedenen Bevölkerungsschichten und Landesteilen, so dass die interregionale Solidarität seither als genuin schweizerische Maxime propagiert wird.9 Nationale und regionale Besonderheiten lassen sich im Übrigen mit Blick auf die Gegenwart auch bei einer vergleichenden Betrachtung Deutschlands und der Vereinigten Staaten zeigen: Viele US-Amerikaner halten eine staatliche Krankenversicherung nicht für nötig oder erstrebenswert, investieren dafür aber nachhaltig in den „War against Terrorism“ und stellen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 Meilen pro Stunde auf der Autobahn nicht in Frage. In Deutschland hingegen ist die Option, ohne Krankenversicherung zu leben, für eine breite Mehrheit indiskutabel, während die legale Autobahnfahrt mit 200 Stundenkilometern als überschaubares Risiko betrachtet und der Topos vom „Kampf gegen den Terrorismus“ in der liberalen Presse oft als hysterisch bewertet wird.

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Tatsächlich haben historische Forschungen zum Thema „Sicherheit“ bereits vielfältige Ergebnisse erbracht. Dabei werden neben nationalen Besonderheiten auch transnationale Entwicklungen untersucht. Dies gilt für so unterschiedliche Felder wie die Historische Semantik des Sicherheitsbegriffs,10 die Geschichte des Sicherheitsdenkens in Innen- und Außenpolitik,11 das Versicherungswesen,12 den Sozialstaat,13 das Verkehrswesen14 oder Strategien von Kontrolle und Überwachung.15 Weitere Felder, deren historische Erforschung einen reichen Ertrag verspricht, sind das relativ junge Feld der Technikfolgenabschätzung,16 die Geschichte privater Sicherheitsdienste17 oder die Verhandlung von Sicherheitsthemen in der medialen Öffentlichkeit.18 Vielfach zeigt sich in den letztgenannten Bereichen, dass Risikonarrative Teil verschiedener Expertendiskurse sind, die ihrerseits wieder von Massenmedien vermittelt werden.

Zudem wurden historische Perspektiven auch im Rahmen von Tagungen und Forschungsprojekten entwickelt und erprobt. Das Berliner Kolleg für Vergleichende Geschichte Europas (BKVGE) bot 2007 eine Internationale Sommerschule zum Thema „Europa im Zeichen von Sicherheit und Risiko“ an, die in historischer Perspektive verschiedene Felder von der Inneren Sicherheit über Fragen der Sozialstaatlichkeit bis hin zu außenpolitischen Aspekten und technologischen Risiken in den Blick nahm.19 Im April 2010 fand in Bochum die Tagung „The Production of Human Security in Premodern and Contemporary History“ statt, die sich verwandten Fragen in epochenübergreifender Perspektive zuwandte.20

Historische Forschung, die mit einer solchen Bandbreite von Themen und Feldern konfrontiert ist, kann und muss an die Ergebnisse anderer Disziplinen wie der Soziologie und Politikwissenschaft,21 der Wirtschafts- und den Ingenieurwissenschaften,22 der Philosophie23 und Anthropologie,24 der Simulationsforschung25 und der Psychologie26 anknüpfen. Folgerichtig wird der Notwendigkeit interdisziplinärer Herangehensweisen unterdessen mit der Einrichtung neuer Querschnittinstitute und Forschungsschwerpunkte an verschiedenen Universitäten Rechnung getragen. Zu nennen wäre hier beispielsweise das Forschungsinstitut für Compliance, Sicherheitswirtschaft und Unternehmenssicherheit (FORSI) an der Deutschen Universität für Weiterbildung, das seit April 2010 einen Master-Studiengang „Sicherheit“ anbietet. Ziel ist es, den Absolventen das Wissen zu vermitteln, das sie für die Gewährleistung von Sicherheit und Regelkonformität in der freien Wirtschaft benötigen.27 Die Freie Universität Berlin hat mit Unterstützung der Parlamentsinitiative „Zukunftsforum Öffentliche Sicherheit e.V.“ das „Forschungsforum Öffentliche Sicherheit“ eingerichtet, das vom Bundesforschungsministerium gefördert und von Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen unterstützt wird. Ziel ist die Erforschung vor allem der Risiko- und Krisenkommunikation, die auch in Handlungsempfehlungen münden soll.28 Im Unterschied zu diesen beiden Institutionen ist der „Interdisziplinäre Arbeitskreis Innere Sicherheit“ (AKIS) weniger an Anwendungen als an soziologischer, politikwissenschaftlicher oder historischer Forschung interessiert.29 Er bündelt die Aktivitäten von etwa 240 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, behält sich allerdings auch vor, „aus der wissenschaftlichen Arbeit hervorgehende bürgerrechtliche Stellungnahmen zu gesellschaftspolitischen Entwicklungen im Bereich der Inneren Sicherheit abzugeben“.30

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An all diesen Verbundprojekten sind Historikerinnen und Historiker beteiligt, die ihre Aufgabe darin sehen, Sicherheitsmaßnahmen, -versprechen und -empfindungen – jeweils im Verhältnis zu Risiken, Unsicherheit und Angst – in historischer Perspektive zu erforschen. Sie tragen so dazu bei, das eingangs beschriebene Grundparadoxon der Moderne empirisch auf den Prüfstand zu stellen, verschiedene Konzepte von Sicherheit (und Risiko) zu historisieren und sie zu anderen spezifisch modernen Entwicklungen ins Verhältnis zu setzen.31 Das vorliegende Themenheft soll einen Beitrag dazu leisten, verschiedene Bereiche der Sicherheitsforschung unter besonderer Berücksichtigung zeithistorischer Perspektiven zu verknüpfen.

Anmerkungen: 


1 Zur Unterscheidung zwischen „Gefahr“, „Bedrohung“ und „Risiko“ vgl. Herfried Münkler, Strategien der Sicherung: Welten der Sicherheit und Kulturen des Risikos. Theoretische Perspektiven, in: ders./Matthias Bohlender/Sabine Meurer (Hg.), Sicherheit und Risiko. Über den Umgang mit Gefahr im 21. Jahrhundert, Bielefeld 2010, S. 11-34, hier S. 11f. Münkler beschreibt Gefahren (besonders für Leib und Leben) als kontingent, Bedrohungen (hinter denen stets eine Intention stehe) und Risiken hingegen als kalkulierbar.

2 Vgl. z.B. Barry Glassner, The Culture of Fear. Why Americans Are Afraid of the Wrong Things, New York 1999, und Brian Massumi (Hg.), The Politics of Everyday Fear, Minneapolis 1993.

3 Seymour Fiddle (Hg.), Uncertainty. Behavioral and Social Dimensions, New York 1980; vgl. Wolfgang Bonß/Joachim Hohl/Alexander Jacob, Die Konstruktion von Sicherheit in der reflexiven Moderne, in: Ulrich Beck/Wolfgang Bonß (Hg.), Die Modernisierung der Moderne, Frankfurt a.M. 2001, S. 147-159, bes. S. 150.

4 Vgl. Ute Frevert (Hg.), Vertrauen. Historische Annäherungen, Göttingen 2003.

5 Von Januar bis März 2009 zeigte die Berliner Akademie der Künste die Ausstellung „Embedded Art. Kunst im Namen der Sicherheit“.

6 Gerhart Baum, Rettet die Grundrechte! Bürgerfreiheit contra Sicherheitswahn. Eine Streitschrift, Köln 2009.

7 Ilja Trojanow/Juli Zeh, Angriff auf die Freiheit. Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte, München 2009.

8 Vgl. z.B. Dieter Grimm, Aus der Balance. Im Kampf gegen den Terrorismus läuft der Staat Gefahr, die Freiheit der Sicherheit zu opfern. Eine Antwort auf Wolfgang Schäuble, in: ZEIT, 29.11.2007, S. 14.

9 Christian Pfister, Von Goldau nach Gondo. Naturkatastrophen als identitätsstiftende Ereignisse in der Schweiz des 19. Jahrhunderts, in: ders./Stephanie Summermatter (Hg.), Katastrophen und ihre Bewältigung. Perspektiven und Positionen, Bern 2004, S. 53-78.

10 Vgl. Franz-Xaver Kaufmann, Sicherheit: Das Leitbild beherrschbarer Komplexität, in: Stephan Lessenich (Hg.), Wohlfahrtsstaatliche Grundbegriffe. Historische und aktuelle Diskurse, Frankfurt a.M. 2003, S. 73-104; Andrea Schrimm-Heins, Gewißheit und Sicherheit. Geschichte und Bedeutungswandel der Begriffe certitudo und securitas, in: Archiv für Begriffsgeschichte 34 (1991), S. 123-213, und 35 (1992), S. 115-213; Niklas Luhmann, Risiko und Gefahr, St. Gallen 1990.

11 Vgl. etwa Eckart Conze, Die Suche nach Sicherheit. Eine Geschichte der Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis in die Gegenwart, München 2009; vgl. auch Conzes Beitrag in diesem Heft.

12 Z.B. Peter Borscheid, Mit Sicherheit leben. Die Geschichte der deutschen Lebensversicherungswirtschaft und der Provinzial-Lebensversicherungsanstalt von Westfalen, 2 Bde., Greven 1989/93; vgl. auch Borscheids Beitrag in diesem Heft.

13 Z.B. Hans Günter Hockerts/Winfried Süß (Hg.), Soziale Ungleichheit im Sozialstaat. Die Bundesrepublik Deutschland und Großbritannien im Vergleich, München 2010.

14 traverse. Zeitschrift für Geschichte/Revue d‘histoire 16 (2009) H. 1: Sicherheit und Mobilität/Sécurité et mobilité, hg. von Barbara Lüthi und Patricia Purtschert.

15 Z.B. Dietmar Kammerer, Bilder der Überwachung, Frankfurt a.M. 2008; vgl. auch Kammerers Beitrag in diesem Heft.

16 Vgl. Armin Grunwald, Technikfolgenabschätzung. Eine Einführung, Berlin 2002.

17 Vgl. Sebastian Schulte, „Immer wachsam sein“, in: Parlament, 15.6.2009.

18 Dazu beispielhaft: Philipp Sarasin, „Anthrax“. Bioterror als Phantasma, Frankfurt a.M. 2004.

19 Vgl. den Tagungsbericht von Joachim Häberlen und Mateusz J. Hartwich: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=1797.

20 Vgl. den Tagungsbericht von Sven Speek: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=3098.

21 Vgl. Münkler, Strategien der Sicherung (Anm. 1); Patricia Purtschert/Katrin Meyer/Yves Winter (Hg.), Gouvernementalität und Sicherheit. Zeitdiagnostische Beiträge im Anschluss an Foucault, Bielefeld 2008.

22 Forschungen auf diesem Gebiet werden neuerdings im Forschungsinstitut für Compliance, Sicherheitswirtschaft und Unternehmenssicherheit (FORSI) in Berlin gebündelt; vgl. dazu unten, Anm. 27.

23 Vgl. Emil Angehrn, Das Streben nach Sicherheit. Ein politisch-metaphysisches Problem, in: Heinrich Fink-Eitel/Georg Lohmann (Hg.), Zur Philosophie der Gefühle, Frankfurt a.M. 1993, S. 219-243.

24 Thomas Hylland Eriksen/Ellen Bal/Oscar Salemink (Hg.), A World of Insecurity. Anthropological Perspectives on Human Security, London 2010.

25 Z.B. Markus Bresinsky, Die Computersimulation von sicherheitspolitischen Entscheidungsprozessen in Krisen- und Konfliktsituationen. Ein interdisziplinärer Modellansatz, phil. Diss. Münster 2003.

26 Hier ist vor allem Michael Balints Buch Thrills and Regression zu nennen, in dem der Autor idealtypisch zwischen einem ängstlichen, stets auf Sicherheit bedachten Typ und einem risikobereiten „Gefahrensucher“ unterscheidet (Michael Balint, Thrills and Regression, London 1959; dt.: Angstlust und Regression, Stuttgart 1960).

27 Vgl. die Pressemitteilung von Izabela Ahmad, Deutsche Universität für Weiterbildung, 4.8.2009: http://idw-online.de/pages/de/news328206.

28 Vgl. die Pressemitteilung von Carsten Wette, Kommunikations- und Informationsstelle der Freien Universität Berlin, 19.3.2010: http://idw-online.de/pages/de/news360821.

29 http://www.ak-innere-sicherheit.de.

30 http://www.ak-innere-sicherheit.de/AKinfo.html.

31 Mit diesem historischen Ansatz kann ein Korrektiv zu gegenwartsbezogenen Arbeiten geschaffen werden, wie beispielsweise Wolfgang Sofsky, Das Prinzip Sicherheit, Frankfurt a.M. 2005.

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