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1 Walter Henkels, Lokaltermin in Bonn. Ein „Hofchronist“ erzählt, Frankfurt a.M. 1969, S. 12.
2 Winfried Süß, Der westdeutsche Wohlfahrtsstaat in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Perspektiven eines Forschungsfelds, in: Jörg Calließ (Hg.), Die Reformzeit des Erfolgsmodells BRD. Die Nachgeborenen erforschen die Jahre, die ihre Eltern und Lehrer geprägt haben, Rehburg-Loccum 2004, S. 325-341, hier S. 325; ähnlich Paul Nolte, Die Reformzeit der alten Bundesrepublik in den 60er und 70er Jahren. Liberalisierung, Gesellschaftsplanung und Verstaatlichung, in: ebd., S. 15-32, hier S. 18. Zur Einordnung der Leistungen vgl. Gabriele Metzler, Die Reformprojekte der Großen Koalition im Kontext ihrer Zeit, in: Günter Buchstab/Philipp Gassert/Peter Thaddäus Lang (Hg.), Kurt Georg Kiesinger 1904-1988. Von Ebingen ins Kanzleramt, Freiburg 2005, S. 421-452.
3 468 Abgeordnete von CDU/CSU (251) und SPD (217) saßen im Bundestag 50 Abgeordneten der FDP gegenüber; alle elf Ministerpräsidenten wurden von den Koalitionsparteien gestellt.
4 In: CDU-Bundesausschuss-Sitzung, 9.10.1967, S. 7, ACDP, 07-001-023/2. (Ein Abkürzungsverzeichnis findet sich am Ende dieses Aufsatzes.)
5 Helmut Schmidt, Weggefährten. Erinnerungen und Reflexionen, Berlin 1996, S. 431.
6 Regierungssprecher Günter Diehl, in: ders., Zwischen Politik und Presse. Bonner Erinnerungen 1949-1969, Frankfurt a.M. 1994, S. 396.
7 Günter Grass, Offener Briefwechsel mit Willy Brandt, in: ZEIT, 2.12.1966, S. 2.
8 Vgl. Axel Schildt, Rebellion und Reform. Die Bundesrepublik der Sechzigerjahre, Bonn 2005.
9 Die Außerparlamentarische Opposition (APO), in der die Studenten den wichtigsten Teil ausmachten, hatte als Wurzeln neben dem Protest gegen die Große Koalition und ihre Notstandsgesetzgebung noch weitere, vom Kabinett Kiesinger/Brandt unabhängige und zeitlich vor ihr einsetzende Gründe, vgl. Ingrid Gilcher-Holtey, Die 68er Bewegung. Deutschland - Westeuropa - USA, München 2001. Zu den Debatten um die Notstandsgesetzgebung vgl. die herausragende Darstellung von Michael Schneider, Demokratie in Gefahr? Der Konflikt um die Notstandsgesetze. Sozialdemokratie, Gewerkschaften und intellektueller Protest (1958-1968), Bonn 1986.
10 Klaus Schönhoven, Wendejahre. Die Sozialdemokratie in der Großen Koalition 1966-1969, Bonn 2004, S. 31; Dirk Kroegel, Einen Anfang finden! Kurt Georg Kiesinger in der Außen- und Deutschlandpolitik der Großen Koalition, München 1997, S. 13; Andrea H. Schneider, Die Kunst des Kompromisses: Helmut Schmidt und die Große Koalition 1966-1969, Paderborn 1999, S. 269-279. Schönhoven warf die Frage nach dem Zusammenspiel von Exekutive und Legislative auf, beantwortete sie aber nicht; Kroegel bezeichnete Kiesinger und Wehner als „oberste Instanz“ bei der Entscheidungsfindung, wohingegen Schneider die Fraktionsvorsitzenden für eben diese hielt. Solche Ansätze greifen zu kurz, eine Gesamtschau fehlt bisher. Ich folge hier Philipp Gasserts These, dass sich nicht allgemein sagen lässt, wer die oberste Instanz der Großen Koalition war ( Kurt Georg Kiesinger 1904-1988. Kanzler zwischen den Zeiten, München 2006, S. 579).
11 Gabriele Metzler, Konzeptionen politischen Handelns von Adenauer bis Brandt. Politische Planung in der pluralistischen Gesellschaft, Paderborn 2005, bes. S. 13, S. 419.
12 Vgl. Thomas Mergel, Überlegungen zu einer Kulturgeschichte der Politik, in: Geschichte und Gesellschaft 28 (2002), S. 574-606; Thomas Nicklas, Macht - Politik - Diskurs. Möglichkeiten und Grenzen einer Politischen Kulturgeschichte, in: Archiv für Kulturgeschichte 86 (2004), S. 1-25; Barbara Stollberg-Rilinger (Hg.), Was heißt Kulturgeschichte des Politischen?, Berlin 2005.
13 SPD-Fraktionssitzung, 26./27.11.1966, in: Die SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag. Sitzungsprotokolle 1961-1966, bearb. von Heinrich Potthoff, Düsseldorf 1993, S. 1053.
14 Vgl. Schönhoven, Wendejahre (Anm. 10), S. 692.
15 Klaus Harpprecht, Moderator Germaniae. Ein Porträt Kurt Georg Kiesingers, in: Der Monat 19 (1967) H. 222, S. 7-14, hier S. 7; zu Kiesinger als Bundeskanzler vgl. Gassert, Kurt Georg Kiesinger (Anm. 10) , S. 469-716.
16 So der stellvertretende Regierungssprecher Conrad Ahlers gegenüber dem Sender Freies Berlin, in: Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, Nr. 158 vom 10.12.1968, S. 1392.
17 Kiesinger am 11.8.1967 im Interview, in: Claus Hinrich Casdorff/Rudolf Rohlinger, Kreuzfeuer. Interviews von Kolle bis Kiesinger, Berlin 1971, S. 197.
18 Schmidt im Interview, in: ZEIT, 14.6.1968, S. 9. Für Adenauer kam Kiesinger gerade wegen seiner fehlenden „nötigen Härte“ als Kanzler einer Großen Koalition nicht in Frage, obwohl - oder gerade weil? - er ein „guter Christ ist“. Vgl. Adenauer an Barzel, 3.11.1966, ACSP, NL Franz Josef Strauß, PV/5871.
19 Kiesinger, in: CDU/CSU-Fraktionssitzung, 28.11.1968, S. 19f., ACDP, 08-001-1017/2 (Hervorhebungen im Original).
20 So etwa die vielfältigen „Bayernkurier“-Angriffe gegen Brandt oder die vom Sitzungsleiter nicht kommentierten negativen Äußerungen von Günter Grass über Kiesingers NS-Vergangenheit auf dem SPD-Parteitag in Nürnberg 1968, die intern im Kreßbronner Kreis geklärt werden konnten, vgl. Kreßbronner Kreis-Sitzungen, 26.3.1968 und 26.11.1968, ACDP, 01-226-010.
21 Kiesinger, in: CDU/CSU-Fraktionssitzung, 28.11.1968, S. 20, ACDP, 08-001-1017/2. Dieses Zitat dokumentiert damalige Politikerwartungen der Öffentlichkeit, die sich während und infolge der Großen Koalition allmählich wandelten.
22 Helmut Wendelborn, in: CDU/CSU-Fraktionssitzung, 26.6.1968, S. 14f., ACDP, 08-001-1016/2.
23 Vgl. hierzu besonders den Bestseller: Karl Jaspers, Wohin treibt die Bundesrepublik? Tatsachen, Gefahren, Chancen, München 1966.
24 Vgl. Heribert Hain Knorr, Der parlamentarische Entscheidungsprozeß während der Großen Koalition 1966 bis 1969. Struktur und Einfluß der Koalitionsfraktionen und ihr Verhältnis zur Regierung der Großen Koalition, Meisenheim am Glan 1975, S. 220.
25 Dass dem Kabinett der gute Draht zu den Fraktionsvorsitzenden fehlte, wurde spätestens an der Diskussion um die beabsichtigte Kürzung der Rentenversicherungszuschüsse im Sommer 1967 deutlich. Zum Selbstbewusstsein der beiden Fraktionsführer vgl. stellvertretend die Aussage Schmidts: „In einer Großen Koalition [...] findet der Dialog nicht mehr so sehr zwischen den Fraktionen, sondern vielmehr zwischen Hohem Haus und der Bundesregierung statt.“ Aus: StenB BT, 5. WP, 106. Sitzung am 27.4.1967, S. 4952C.
26 Es war ebenso der Wunsch beider Fraktionen, dass es zu solchen Gesprächen zwischen ihnen und dem Kabinett kam. Vgl. Barzel an Kiesinger, 18.10.1967, BArch, N 1371/272.
27 Vgl. Kroegel, Einen Anfang finden! (Anm. 10), S. 182ff.
28 Schneider, Kunst des Kompromisses (Anm. 10), S. 266; der Ausdruck stammte von Barzel, in: StenB BT, 5. WP, 175. Sitzung am 16.5.1968, S. 9460A.
29 Das Bundeskanzleramt war für diese Aufgabe schon infolge der Koalitionsform unbrauchbar. Zum Amt unter Kiesinger vgl. Thomas Knoll, Das Bonner Bundeskanzleramt. Organisation und Funktionen von 1949-1999, Wiesbaden 2004, S. 143-172.
30 Vgl. exemplarisch Eduard Neumaier, Pannenhilfe der Koalition, in: Publik, 20.12.1968, S. 4.
31 Vgl. u.a. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.8.1967, S. 2. Am Ende wurde das Bündnis von der Presse überwiegend positiv bewertet; vgl. stellvertretend Marion Gräfin Dönhoff, Bilanz der Großen Koalition, in: ZEIT, 26.9.1969, S. 1.
32 Vgl. Vermerk für Möller, 21.4.1969, AdsD, Depositum Manfred Schüler/36. Auch sonst kamen diese vier wichtigsten Repräsentanten der Mehrheitsfraktionen „laufend zusammen“; vgl. Möller an Schmidt, 10.9.1969, AdsD, HSA/5396.
33 Alex Möller, Genosse Generaldirektor, München 1978, S. 379.
34 Vgl. Barzel an Kiesinger, 1.4.1969, BArch, N 1371/273.
35 Mit der Bezeichnung des Ministeriums ist Wehners Bedeutung in der Regierung (er stand an 13. Stelle der Bundesministerrangordnung) nur unzureichend beschrieben. Wehner war nicht nur Brandts Stellvertreter in der SPD, sondern auch der Wortführer seiner Partei im Kabinett - eine Rolle, die ihm Brandt nie streitig machte.
36 Vgl. Karl Carstens, Politische Führung. Erfahrungen im Dienst der Bundesregierung, Stuttgart 1971, S. 214.
37 Etwa die Spitzenstellungen beim Bundesnachrichtendienst (BND) und die Ernennung von politischen Beamten, der Botschafterposten in Belgrad, die Bestellung eines neuen Präsidenten der Deutschen Pfandbriefanstalt und des Kohlebeauftragten.
38 Schönhoven, Wendejahre (Anm. 10), S. 186.
39 Sie verfehlte 1969 mit 4,3% nur knapp den Einzug.
40 Vgl. Heck an Diehl, 25.10.1968, ACDP, 07-001-030/1.
41 Als etwa „Die Welt“ berichtete, dass der BND über Ereignisse in der ČSSR rechtzeitig Kenntnis hatte, aber angewiesen worden sei, diese Erkenntnisse nicht weiterzugeben, wurde der Bundeskanzler aufgefordert, dazu Stellung zu nehmen.
42 Die Altersgeldaufstockung für Landwirte durch den Kabinettsausschuss für Agrarfragen wurde von beiden Fraktionen kritisiert. Bei der Frage der Einsetzung eines Sonderausschusses für die Finanzreform stand Kiesinger auf Seiten der Sozialdemokraten und sprach sich für ein solches Gremium aus. In der Kambodscha-Kontroverse am Ende der Koalition standen sich die beiden parteipolitischen Lager gegenüber.
43 Die CDU/CSU-Fraktionsgeschäftsführer fühlten sich an die Koalitionsabrede bezüglich des Diätengesetzes nicht gebunden, vgl. Vermerk Heinz Frehsee, 28.3.1968, AdsD, HSA/5079. Alle Themen und Termine können eingesehen werden in: Protokolle des Kreßbronner Kreises und deren Inhaltsübersicht, ACDP, 01-226-010.
44 Vgl. die Sitzungen der CDU/CSU, ACDP, 08-001-1012/1 bis -1019/1; für die SPD: AdsD, SPD-BTF, 5. WP/45 bis 136.
45 So z.B. beim Leber-Plan, vgl. Ernst Müller-Hermann, in: CDU/CSU-Fraktionssitzung, 26.11.1968, S. 41, ACDP, 08-001-1017/2; ähnlich bei der Notstandsgesetzgebung, vgl. SPD-Fraktionssitzung, 14.5.1968, AdsD, SPD-BTF, 5. WP/95.
46 Vgl. Knorr, Der parlamentarische Entscheidungsprozeß (Anm. 24), S. 130.
47 Vgl. Müller-Hermann an Leber, 9.8.1967, ACDP, 08-001-201/1. Zu der Frage der Unverjährbarkeit von NS-Verbrechen äußerte sich Kiesinger im Kabinett dahingehend, es könne erst ein Kabinettsbeschluss gefasst werden, wenn eine einheitliche Meinungsbildung in der Fraktion vorhanden sei, vgl. dazu Kurzprotokollauszug 120. Kabinettssitzung am 17.4.1968, BArch, B 126/51812.
48 Besonders Kanzler Kiesinger sah diese Notwendigkeit, auch eingedenk der entscheidenden Rolle der Unionsfraktion beim Sturz seines Vorgängers 1966.
49 Vgl. CDU-Präsidiumssitzungen, 30.6.1967 und 17.7.1967, ACDP, 07-001-1402.
50 Vgl. Jahn an die sozialdemokratischen Bundesminister, 2.6.1969, AdsD, NL Carlo Schmid/1365; Tageskalender Willy Brandt 1967 und 1968, AdsD, WBA, A1/30.
51 Für die CDU/CSU vgl. Besprechungsmitschriften, ACSP, NL Richard Stücklen/243; für die SPD: SPD-Präsidiumssitzung, 19.5.1968, AdsD, SPD-PV.
52 Die wichtigsten Entscheidungsvorbereitungen der Ausschüsse waren die Haltung zum „Atomwaffensperrvertrag“ im Bundesverteidigungsrat und die Frage der D-Mark-Aufwertung im Wirtschaftskabinett. Zu den Kabinettsausschüssen zwischen 1966 und 1969 vgl. Knorr, Der parlamentarische Entscheidungsprozeß (Anm. 24), S. 317.
53 Während der ersten Großen Koalition standen elf Mitglieder der CDU/CSU neun der SPD gegenüber, in der zweiten sind es acht zu acht. In Abstimmungen gibt gemäß Geschäftsordnung der Bundesregierung der Vorsitzende den Ausschlag.
54 Brandt im Interview, in: Spiegel, 6.1.1969, S. 25.
55 Wie beispielsweise bei Fragen der Agrarwirtschaft; vgl. Kiesinger erinnert sich, in: Bild am Sonntag, 24.11.1974, S. 20. Im aktuellen Koalitionsvertrag von 11.11.2005 (S. 141f.) wurde festgelegt, dass im Kabinett „in Fragen, die für einen Koalitionspartner von grundsätzlicher Bedeutung sind, keine Seite überstimmt“ wird.
56 Vgl. Kiesinger, in: CDU/CSU-Fraktionssitzung, 13.5.1969, S. 29f., ACDP, 08-001-1019/1.
57 Entwurf von Carstens für ein Schreiben Kiesingers an Schmidt, 14.7.1969, BArch, B 136/3753; Hermann Schreiber, „Ich muß zeigen, wie ich das mache“, in: Spiegel, 20.3.1967, S. 39.
58 Vgl. Klaus Hildebrand, Kurt Georg Kiesinger - Kanzler der Großen Koalition, in: Historisch-Politische Mitteilungen 11 (2004), S. 229-241, hier S. 238.
59 Barzel, in: CDU/CSU-Fraktionssitzung, 26.6.1968, S. 16, ACDP, 08-001-1016/2.
60 Besonders diskutiert wurden die Bereiche Notstandsgesetzgebung und Leber-Plan. Einbezogen waren meistens beteiligte Minister, die Vorsitzenden der Fraktionen und deren Experten auf dem jeweiligen Gebiet; vgl. etwa die Diskussion am 4.6.1969, als sich dieser Personenkreis mit Bundesjustizminister Horst Ehmke über die Verjährungsfrage und das Publizitätsgesetz unterhielt (Koalitionsbesprechungen, ACSP, NL Richard Stücklen/243).
61 Ernst Benda an Barzel, 6.3.1968, BArch, N 1371/356.
62 So bei den Notstandsgesetzen, vgl. SPD-Fraktionssitzung, 14.5.1968, AdsD, SPD-BTF, 5. WP/95.
63 Kiesinger, in: CDU-Bundesausschuss-Sitzung, 9.10.1967, S. 7, ACDP, 07-001-023/2.
64 Hildebrand, Kurt Georg Kiesinger (Anm. 58), S. 235.
65 Diese Handhabung führte zu der Bezeichnung „Methode Kiesinger“ (so Hans Apel, Der Abstieg. Politisches Tagebuch eines Jahrzehnts, München 1991, S. 445).
66 Horst Ehmke; zit. nach: Spiegel, 6.11.1967, S. 27.
67 Brandt im Interview, Mitteilung für die Presse, 24.5.1968, AdsD, WBA, A3/277. Der Konflikt musste allerdings Ende der 1960er-Jahre tatsächlich ein begrenzter bleiben, weil die SPD für das Wahlvolk erst noch den „Beweis“ der Regierungsfähigkeit antreten musste. Ein Auseinanderbrechen der populären Koalition wäre der SPD wahrscheinlich negativ angelastet worden (vgl. dazu Willy Brandt, Begegnungen und Einsichten. Die Jahre 1960-1975, Hamburg 1976, S. 184).
68 Damals wie heute ist zu beobachten, dass „in der Mediendemokratie gegen das Gewicht des Kanzlers schwer anzukommen ist“ (so Tina Hildebrandt, Vorsicht, Schmusefalle!, in: Zeit, 19.1.2006, S. 11). Dies galt bereits Ende der 1960er-Jahre, als es die „Mediendemokratie“ im heutigen Sinne noch nicht gab; vgl. Jochen Hoffmann/Ulrich Sarcinelli, Politische Wirkungen der Medien, in: Jürgen Wilke (Hg.), Mediengeschichte der Bundesrepublik Deutschland, Köln 1999, S. 720-748.
69 Für die Auseinandersetzung zwischen Parteiführung und Parteivolk vgl. Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands vom 17. bis 21. März 1968 in Nürnberg. Protokoll der Verhandlungen, hg. vom Vorstand der SPD, Hannover 1968. Als „Kröten“ galten vor allem die Notstandsgesetze, aber auch Kürzungen im Sozialbereich im Zuge der Haushaltssanierung 1967. Zum Thema „verzuckerte Kröten“ vgl. ferner Barzel, in: CDU/CSU-Fraktionssitzung, 14.1.1969, S. 1, ACDP, 08-001-1017/2. Auch für die zweite Große Koalition hat Barzel betont, beide Seiten müssten darauf achten, ihr eigenes Gesicht zu zeigen (vgl. Peter Pragal, Ein starkes Gespann in einem zerbröckelnden Bündnis, in: Parlament, 28.11.2005, S. 2).
70 Schiller: Kiesinger kann Kritik schlecht ertragen, in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 30.8.1969. (Dieses Zitat verdanke ich Thomas Mergel.)
71 Vgl. Elisabeth Noelle/Erich Peter Neumann (Hg.), Jahrbuch der Öffentlichen Meinung 1965-1967, Allensbach 1967, S. 201.
72 Vgl. Knorr, Der parlamentarische Entscheidungsprozeß (Anm. 24), S. 127, S. 138, S. 145; Kiesinger, in: CDU-Präsidiumssitzung, 14.12.1967, ACDP, 07-001-1401. Vgl. auch die Diskussion zum Leber-Plan, in: SPD-Parteivorstandssitzung, 20.10.1967, AdsD, SPD-PV; ferner: CDU-Präsidiumssitzung, 5.1.1967, ACDP, 07-001-1401.
73 „Wir werden sie vor uns hertreiben“, in: Welt, 18.10.2005, S. 3 (Interview mit Westerwelle).
74 „Die Koalitionspartner CDU, CSU und SPD werden ihre Arbeit in Parlament und Regierung laufend und umfassend miteinander abstimmen und [...] Konsens herstellen. Die Koalitionspartner treffen sich regelmäßig mindestens einmal monatlich zu Koalitionsgesprächen im Koalitionsausschuss. Darüber hinaus tritt er auf Wunsch eines Koalitionspartners zusammen. Er berät Angelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung, [...]. Ihm gehören Kanzler, Vizekanzler, Fraktionsvorsitzende (bei der CDU/CSU-Fraktion auch der erste stellvertretende Fraktionsvorsitzende) und, soweit darunter nicht die Parteivorsitzenden sind, die Parteivorsitzenden an.“ Koalitionsvertrag von 11.11.2005, S. 141.
75 Vgl. Franz Walter/Kay Müller, Graue Eminenzen der Macht. Küchenkabinette in der deutschen Kanzlerdemokratie. Von Adenauer bis Schröder, Wiesbaden 2004.
76 Stefan Fisch/Wilfried Rudloff (Hg.), Experten und Politik: Wissenschaftliche Politikberatung in geschichtlicher Perspektive, Berlin 2004.
77 Vgl. Axel Schildt, Nur die Farben gleichen sich, in: tageszeitung, 21.11.2005, S. 11.
78 Vgl. u.a. Frank Bösch, Macht und Machtverlust. Die Geschichte der CDU, Stuttgart 2002, S. 150-155.
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